Jessica Lutz und der CDU-Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger im Gespräch. Foto: factum/Granville

Die 21 Jahre alte Konditorin Jessica Lutz hat im Rahmen des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms (PPP) ein Jahr in den USA verbracht und viele Eindrücke gesammelt. Ihr Pate war der CDU-Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger.

Schönaich - Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnte, eines Tages ganz in die USA zu ziehen, hat Jessica Lutz aus Schönaich eine klare Antwort. „Ich könnte mir vorstellen, nochmals ein Jahr dort zu verbringen. Ich würde aber nicht dauerhaft dort leben wollen“, sagt die 21-Jährige.

Von Anfang August 2015 bis Ende Juli dieses Jahres hat die Konditorin im Rahmen des Parlamentarischen Patenschaft Programms (PPP) zwölf Monate in Nordamerika verbracht und während dieser Zeit auch viele tolle Eindrücke gesammelt. Das politische wie auch das Sozialsystem der USA findet die junge Frau allerdings nicht ganz so toll. Spannend fand es Jessica Lutz aber, dass sie während ihres Aufenthalts in den Staaten aber auch ein Stück Wahlkampf miterleben und bei einer großen Wahlveranstaltung Donald Trumps auch einen Eindruck dieser US-amerikanischen Politmaschinerie erleben durfte. „So etwas wäre bei uns nicht denkbar – das ist überhaupt nicht zu vergleichen“, sagt die 21-Jährige, als sie dem CDU-Bundestagsabgeordneten Clemens Binninger von ihren zahlreichen Erlebnissen während ihres Amerikaaufenthalts berichtete. Binninger war Lutz’ PPP-Pate. Alljährlich haben über dieses seit 1983 bestehende Programm 75 junge Menschen aus Deutschland die Möglichkeit, ein Jahr in den USA zu verbringen – gleichzeitig kommen 75 junge Leute aus den USA nach Deutschland.

Jessica Lutz macht jetzt ihr Fachabitur

Jessica Lutz, die aktuell ihr Fachabitur an der Gottlieb-Daimler-Schule in Sindelfingen macht, war bereits „die 12. oder 13. Teilnehmerin des PPP“, die durch Binninger betreut wurde – „und vermutlich auch meine letzte“, so Binninger, der nicht erneut für den Bundestag kandidiert.

Interessant war es für den CDU-Abgeordneten zu hören, dass Lutz in der gesamten Zeit kein Heimweh gehabt hat. Dafür, so erklärte sie, habe sie „keine Zeit“ gehabt. Schließlich sei das Programm so voll und sie zudem so neugierig an dem Neuen gewesen, dass sie ihre Heimat nie so richtig vermisst habe. Schlimmer sei es für ihre Eltern und die 15-jährige Schwester gewesen. Dank Skype habe es aber stets einen guten Kontakt mit der Familie gegeben.

Erste Station bei ihrem Amerikaaufenthalt New York

Erste Station ihres USA-Aufenthalts war im Juli 2015 New York, wo Jessica Lutz auch alle PPP-Teilnehmer 2015/2016 kennenlernte. Anschließend ging es nach Kansas, wo sie bei einer 76-Jährigen Lehrerin wohnte. Anfangs habe sie etwas Sorge gehabt, ob das so klappe – doch es habe alles wunderbar funktioniert, Probleme habe es mit der fitten Gastmutter, „die für mich wie eine Ersatzoma war, mit der ich über alles reden konnte“, nie gegeben sagt Lutz. Erstaunt war sie über das positive Bild, das viele Menschen in den USA von Deutschland hätten. Auch seien längst nicht alle Amerikaner so oberflächlich, wie man es ihnen in Deutschland gerne nachsage. Sie habe eine große Neugier und Offenheit der Menschen erlebt, sagt Lutz, die mit dem Auto auch einige Gebiete der USA erkundet hat und mit dem Auto – „ich musste dort erst den amerikanischen Führerschein machen“ – bis nach Kanada gefahren ist.

Auf College gewesen und in Restaurant gearbeitet

In Kansas City besuchte Lutz erst ein College mit dem Schwerpunkt Ernährung, danach hat sie dann in einem Restaurant gearbeitet wo sie unter anderem mit für die Nachspeisen verantwortlich war – aber auch für das Zubereiten von gefüllten Teigtaschen, den sogenannten Pies: „Auf die stehe ich total“, sagt Jessica Lutz lachend.

In den USA hat die 21-Jährige, die bereits im Alter von 14, 15 Jahren den Wunsch hatte, nach Amerika zu reisen, nicht nur neue Eindrücke, sondern auch neue Freunde gewonnen, mit denen sie in Kontakt bleiben möchte. „Vor allem möchte ich weiterhin viel Englisch reden“, sagt Jessica Lutz, die unter anderem plant, in Hohenheim ein ernährungswissenschaftliches Studium zu absolvieren.

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