Parkplätze sind überall in der Stadt – wie hier in Stuttgart-Ost – Mangelware. Oder gibt es zu viele Autos in der Stadt? Foto: Jürgen Brand

Viele Anwohner aus Gebieten direkt neben Parkraummanagement-Bereichen haben sich auf unsere Berichterstattung hin gemeldet. Ein großes Ärgernis: Lieferwagen und Wohnmobile.

Stuttgart - Ob aus Stuttgart-Ost, -Mitte, -Süd oder aus Bad Cannstatt – die Parkplatzsituation vor allem in Vierteln, die unmittelbar an Gebiete mit Parkraummanagement angrenzen, ist ein heiß diskutiertes Thema. Auf unsere Berichterstattung zur Parkplatznot auf der Gänsheide und in Gaisburg hin haben sich viele Leserinnen und Leser aus dem ganzen Stadtgebiet gemeldet und über Ärgernisse aus ihren jeweiligen Straßen und Stadtvierteln berichtet. Dabei kristallisiert sich fast überall ein Dauerproblem heraus: über lange Zeiträume abgestellte Firmenfahrzeuge, Wohnmobile und Wohnwagen.

Manche Fahrzeuge stehen über Monate

Eine Anwohnerin aus der Stafflenbergstraße, die von der Sonnenbergstraße auf die Gänsheide hinauf führt, schreibt: „Leider stehen nicht nur Wohnmobile monatelang unbenutzt an der Straße, sondern auch Autos mit unterschiedlichen Kennzeichen, die den Anwohnern und deren Besucher die Parkplätze wegnehmen.“ Eine andere Anwohnerin aus dem Gebiet bestätigt das und fordert eine konsequente großflächige Ausweitung des Parkraummanagements, um vor allem Pendler von außerhalb zu zwingen, ihre Fahrzeuge schon am Stadtrand abzustellen. Ähnlich geht es einem Anwohner aus der Neuen Straße in Gablenberg, der auch von vielen dort abgestellt Firmenfahrzeugen von Autovermietungen spricht. Am Stadtbad in Heslach an der Adlerstraße sind seit einer Woche vier Parkplätze innerhalb des PRM-Gebiets von Lieferwagen einer auswärtigen Mietwagenfirma belegt, schreibt ein Anwohner und schickt gleich Fotos mit. Eine Frau aus dem Sommerrain in Bad Cannstatt schreibt: „Schauen Sie sich den Kleinen Ostring an; man meint, das wäre ein Abstellplatz für Wohnwagen (mindestens 15 Stück) sowie Lastwagen-Anhänger, die zum Teil wochen- und monatelang hier stehen und wegen ihrer Breite den Verkehr behindern.“

Ein Ehepaar aus der Hornbergstraße in Gaisburg berichtet, dass in ihrer Straße Fahrzeuge mit Kennzeichen wie VS für Villingen-Schwenningen oder MZ für Mainz zum Teil über Wochen geparkt würden. Ein anderer Gaisburger bestätigt das: „Wie diese Herrschaften (die Stadt,) auf die Idee kommen, im Bereich Hornbergstraße ab der Grundschule, Comburgstraße, Faberstraße, Hagberg und Theurerstraße sei der Parkdruck nicht hoch genug, ist mir ein völliges Rätsel. Diese kleinen Seitenstraßen sind sehr oft mit Lieferwagen, Wohnmobilen, Schulbussen mit Mainzer Kennzeichen und Tagespendlern aus Waiblingen und Esslingen komplett zugestellt. Man kann nur hoffen, dass kein Unglück oder Feuer in einer dieser Straßen passiert, den Rettungskräfte hätten es doch sehr schwer.“

Vor allem abends und an Wochenenden wird es voll

Eine Anwohnerin aus der Planckstraße ebenfalls im Stuttgarter Osten beklagt sich über die Zustände an der Schwarenbergstraße: „Jeden Abend und am Wochenende ist die Seite der Schwarenbergstraße, die eigentlich als ‚absoluter Halteverbotsbereich’ markiert ist, vollkommen zugeparkt. Die Ordnungshüter der Stadt werden dieser Situation leider nicht Herr.“

Anwohner aus ganz unterschiedlichen PRM-Gebieten berichten relativ übereinstimmend, dass die Regelung unter der Woche tagsüber gut funktioniert, dass abends und vor allem aber an den Wochenenden immer mehr Firmenfahrzeuge abgestellt würden, beispielsweise auch an der Landhausstraße in Stuttgart-Ost.

Mehrere Anwohner aus dem Gebiet Gänsheide wundern sich, warum ihr Viertel bei der Ausweitung des Parkraummanagements außen vor geblieben ist – und mutmaßen, dass das möglicherweise aus Rücksichtnahme auf dort angesiedelte Institutionen wie etwa den Oberkirchenrat mit seinen vielen Mitarbeitern geschehen ist.

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