Foto: factum/Weise

Es gibt jedoch auch Ausnahmen von der neuen Regelung in der Tiefgarage der Innenstadt.

Ditzingen – Parkplätze in der Ortsmitte sind immer für eine Diskussion gut. In den Innenstädten ist der Platz schließlich grundsätzlich begrenzt, deshalb lassen sich auch nicht ohne weiteres zusätzliche Flächen für des Deutschen liebstes Kind, das Auto, ausweisen. Zumal eine Ortsmitte aus Sicht der Kommunalpolitiker durch eine hohe Aufenthaltsqualität – und damit also möglichst wenig Verkehr – bestechen sollte. Einerseits. Andererseits will kein Gemeinderat seinen Bürgern und auswärtigen Kunden der örtlichen Einzelhändler eine lange, möglicherweise gar vergebliche Suche nach einem Parkplatz zumuten. Und auch die Ditzinger Rathausmitarbeiter, die seit jeher in der Tiefgarage, also direkt unter ihrem Arbeitsplatz parken, sollen nicht vergrätzt werden. Was also tun in dieser Situation?

„Es ist das Ziel, für alle eine gerechte Lösung zu finden“, sagt der Oberbürgermeister Michael Makurath vor allem mit Blick auf seine Mitarbeiter. Denn während Altgediente in der Tiefgarage parken, gilt für die Neuen diese Regelung schon seit einiger Zeit nicht mehr. Deshalb versuchen die Ditzinger in dieser Situation die Quadratur des Kreises. Jeder soll dort parken dürfen. Wie das gelingen kann, versuchen die Stadträte derzeit herauszufinden.

Das Parken in der Innenstadt soll für die Kunden der Einzelhändler und des Rathauses gratis bleiben. Das wurde am Montagabend im Ausschuss für Finanzen. Kultur und Soziales gleich mehrfach bekräftigt, auch wenn im Fokus dieser Diskussion allein die Rathausmitarbeiter stehen sollten. Doch alles Mahnen half nichts: Eins ums andere Mal schweifte die Diskussion ab, so dass Erika Pudleiner (SPD) letztlich beantragte, die Rednerliste zu schließen.

Um die ungleiche Behandlung der Rathausmitarbeiter zu beenden und zugleich Kundenparkplätze zu schaffen, hatte die Verwaltung im Oktober beantragt, Mitarbeitern – und nur ihnen – das Parken mit monatlich 40 Euro in Rechnung zu stellen. Im Gegenzug soll jenen Mitarbeitern, die auf das Auto verzichten, ein Zuschuss zum VVS-Firmenticket gewährt werden. Auf diese Weise will die Verwaltung einen Beitrag zur Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs leisten.

In einer ersten Diskussionsrunde hatten die Gemeinderäte grundsätzlich das Vorhaben gebilligt. Im Detail aber stießen sie sich an der Höhe der Gebühr. Sie vertagten deshalb den Tagesordnungspunkt. Zugleich verlangten sie soziale Kriterien, wonach der kostenlose Parkausweises erhalten bleiben könne.

Die Mitglieder des Ausschusses für Finanzen, Kultur und Soziales beschlossen nun am Montag, vier der sechs vorgeschlagenen Kriterien zur Gewährung eines kostenlosen Parkausweises. Neben gehbehinderten Mitarbeitern hat ein Anrecht darauf, wer Angehörige pflegt, Kinder unter zwölf Jahren hat und mit seinem Privatwagen jährlich mindestens 1500 Kilometer dienstlich unterwegs ist. Nach einem halben Jahr soll die Regelung allerdings überprüft werden.

Auf Antrag des Freien Wählers Frank Hagenlocher soll zudem sichergestellt werden, dass mindestens 20 Parkplätze für gelegentliche Nutzer, also etwa Kunden der Marktstraße und des Rathauses reserviert bleiben. Er unterstützte damit Konrad Epple (CDU), der die Schaffung einer Kurzzeitparkzone für die Laufkundschaft angeregt hatte. Hagenlochers Fraktionskollege, der Fraktionsvorsitzende Manfred Grossmann hatt es im Verlauf der Diskussion zudem für „zwingend erforderlich“ gehalten, Parkplätze für die Kunden der Stadtverwaltung zu schaffen.

So lange sich die Stadträte mit dem Thema aufhielten, so sehr hatte sie zwischenrein eine Anmerkung von Horst Brose amüsiert. Der Freie Wähler hatte darauf verwiesen, dass Insider derzeit immer einen Parkplatz in der Tiefgarage fänden: Denn obwohl die Sozialstation ihr neues Domizil mit eigenen Parkplätzen bezogen habe, seien die Plätze der SoDi- Fahrzeuge nach wie vor als reserviert gekennzeichnet.

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