Hat im Trikot des VfB Stuttgart sein Glück nie gefunden: Pablo Maffeo. Foto: Baumann

Es war das wohl teuerste Missverständnis der Vereinsgeschichte: Zehn-Millionen-Einkauf Pablo Maffeo hat beim VfB Stuttgart viel verbrannte Erde hinterlassen. Jetzt ist der 22-Jährige zurück in Spanien. Wie geht es ihm heute?

Girona - Vom Rekordtransfer zum größten Fehleinkauf der Vereinsgeschichte. Zum Millionen-Missverständnis. Wenn Fans des VfB Stuttgart den Namen Pablo Maffeo hören, stellen sich vielen noch immer die Nackenhaare auf. Steht der Abwehrspieler doch sinnbildlich für die vergangene Saison voller Pleiten, Pech und Pannen, die mit dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga endete. Auch wenn der Zehn-Millionen-Euro-Einkauf wenig dafür konnte – spielte er doch so gut wie nie. Unvergessen der Spruch von Ex-Präsident Wolfgang Dietrich: „Der steht komplett quer im Stall.“

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Vergessen und vorbei. Der VfB kämpft vor dem Duell am Sonntag (13.30 Uhr) gegen Holstein Kiel um den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga, Maffeo in seiner Heimat um seine Reputation. In der Sommerpause wurde der 22-Jährige an seinen Ex-Club FC Girona in die zweite spanische Liga verliehen. Wo sich Maffeo im ersten Viertel der Saison zumindest stabilisiert hat. In den ersten sieben Saisonspielen kam der frühere U-21-Nationalspieler fast immer über die komplette Spielzeit zum Einsatz. Meist als Rechtsverteidiger, aber auch im rechten Mittelfeld und sogar in der Innenverteidigung setzte Trainer Juan Carlos Unzué seinen Rückkehrer ein. Maffeo spielte gut, schaltete sich häufig in Angriffe ein – fast wie früher, wie langjährige Beobachter des katalanischen Zweitligisten urteilen. Nach elf Spieltagen rangiert der Absteiger auf dem neunten Platz.

Dolmetscher spricht von besten Voraussetzungen

Der freie Fall des viel gepriesenen Top-Talents, das 2019 auf Empfehlung von Pep Guardiola von Manchester City nach Stuttgart wechselte, er ist also zumindest gestoppt. In seiner alten Heimat hat der frühere spanische Juniorennationalspieler wieder Vertrauen gefasst. Auf Bildern, die er nach Siegen in den sozialen Netzwerken verbreitete, sieht man ihm inbrünstig jubeln – der volle Kontrast zu jenem Maffeo, dem in Stuttgart nur selten mal ein Lächeln über die Lippen kam. Den Ex-Trainer Markus Weinzierl einst suspendierte und gesondert von der Mannschaft trainieren ließ. Wegen demonstrativer Lustlosigkeit und disziplinarischer Verfehlungen. Verordneten Extraschichten verweigerte er sich. Der frühere Dolmetscher Massimo Mariotti sagte in einem Interview mit dem Portal spox.com kürzlich über ihn: „Man hat sich beim VfB bestmöglich um Pablo gekümmert. Leider hat es mit der Integration nicht optimal funktioniert.“ Maffeo galt schnell als einer, der sein eigenes Ding dreht – und damit aneckte.

Der Spanier selbst sagte über die Zeit beim VfB gegenüber spanischen Reportern nun: „Es waren persönliche Dinge zwischen mir, dem Club und dem Trainer. Aber das ist mir jetzt egal. Ich hoffe, dass es gut für sie läuft. Ich bin jetzt in Girona, die Mannschaft, bei der ich sein will. Im Moment stehe ich zwar noch in Stuttgart unter Vertrag, aber ich habe keine Beziehung zum Club und habe mit ihm auch nichts zu tun.“

Maffeo ist nur ausgeliehen

Womit auch klar wäre, dass eine Rückkehr ausgeschlossen ist – trotz eines gültigen Vertrags bis 2023. Das Leihgeschäft endet nach dieser Saison. Maffeos Marktwert hat sich in den zurückliegenden anderthalb Jahren von zehn auf geschätzt drei Millionen Euro reduziert. Der VfB wird das Verlustgeschäft nicht mehr auffangen können – sollte Maffeo nicht doch noch durch die Decke gehen, Girona zum Aufstieg schießen und damit wiederum für andere Clubs interessant werden.

Im Moment sieht es aber nicht danach aus. Absteiger Girona hängt im Mittelfeld der zweiten Liga fest. Und Maffeo wurde bei seiner Mission Auferstehung zuletzt durch eine Adduktorenverletzung ausgebremst.

Sehen Sie in unserer Bildergalerie, wie sich die anderen Sommer-Abgänge des VfB bei ihren neuen Clubs schlagen.

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