Seit der Umstellung auf das P+R-Konzept bleiben viele Parkplätze im Österfeld leer, kritisiert der Bezirksbeirat. Foto: Lichtgut/L. Piechowski

Der Bezirksbeirat kritisiert das Park-and-Ride-Konzept im Österfeld. Seit der Kostensteigerung stehen zahlreiche Parkplätze leer, die Autofahrer weichen auf die Wohngebiete aus. Zudem stören die Politiker Äußerungen des Betreibers, man sei froh über das leere Parkhaus.

Vaihingen - Seit der Umstellung auf ein Park-and-ride-Parkhaus ist die Auslastung des Parkhauses am Rande des Stuttgarter Engeneering Parks (Step) stark zurückgegangen. 200 bis 300 freie Stellplätze seien die Regel; selbst bei Feinstaubalarm, bemängeln Ulrich Bayer, Karsten Eichstädt (beide CDU) und Volker Weil (FDP) in einem gemeinsamen Antrag. „Auf der anderen Seite ist in den angrenzenden Wohngebieten ein deutlich zunehmender Parksuchverkehr und Parkdruck zu beobachten“, heißt es in dem Schreiben. „Die Umstellung der Parkhauskonzeption hat offensichtlich dazu geführt, dass nur noch ein vergleichsweise kleiner Kreis an Verkehrsteilnehmern das Parkhaus nutzt und diejenigen, die dort bisher geparkt haben, nun in den angrenzenden Wohngebieten parken.“

Grund ist wohl, dass man bis Ende vergangenen Jahres noch für 1,50 Euro am Tag sein Auto im Parkhaus abstellen konnte. Seit der Einrichtung des P+R-Parkens zum 1. Dezember ist das nicht mehr möglich. Die Kosten belaufen sich nun auf acht Euro für den ganzen Tag. Darin eingeschlossen ist allerdings die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Für Mitarbeiter des Steps freilich ist das Angebot uninteressant. Sie wollen schließlich nicht mit der Bahn weiter in die Innenstadt, sondern ihr Auto während des Arbeitstags in Vaihingen abstellen.

Betreiber ist froh über das leere Parkhaus

Die Bezirksbeiräte stören sich zudem an Aussagen der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg (PBW), der Betreiberin des P+R-Parkhauses, man „sei froh, dass es in der Anlage im Österfeld derzeit so viel Platz gibt“. Das zumindest äußerte PBW-Geschäftsführer Gebhard Hruby gegenüber unserer Zeitung im Januar 2017. Gleichzeitig betonte er allerdings, das halb leere Parkhaus solle kein Dauerzustand sein, man wolle im Laufe des Jahres vermehrt für die Park-and-ride-Möglichkeit werben. Zudem gebe es bereits Anfragen von Unternehmen, die ihren Mitarbeitern das Angebot im Österfeld schmackhaft machen wollen.

Die Antragsteller fordern die Stadtverwaltung auf, im Bezirksbeirat über die Auslastung des P+R-Parkhauses sowie über die Maßnahmen zu berichten, die dessen Bekanntheits- und Nutzungsgrad steigern sollen. Zudem soll die Verwaltung zeitnah wirksame Maßnahmen umsetzen, die den Parkdruck im Wohngebiet Endelbang/Schranne, in der Heerstraße und der Holzhauser Straße, im Gebiet Paradiesstraße sowie beim Friedhof und der Raimundstraße verringern.

Bezirksbeirat kritisiert das Konzept als „hanebüchen“

Eyüp Ölcer bezeichnete die Einrichtung des Parkhauses als Park-and-ride-Möglichkeit in der Märzsitzung des Bezirksbeirats als „unsinnig“. „Ein Parkhaus, das leer steht, ist kein Parkhaus“, sagte der Sprecher der Freien Wähler. „Man müsste sich überlegen, das Konzept wieder rückgängig zu machen.“ Ulrich Bayer (CDU) schloss sich dem an. „Das Konzept ist hanebüchen. Warum richtet man ein Park-and-ride-Parkhaus ein, um es leer stehen zu lassen?“

Auch Axel Weber (CDU) sah das P+R-Parkhaus kritisch, rief aber dazu auf, abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. „Und wenn das Parken für die Mitarbeiter des Steps wieder freigegeben wird, ist das Parkhaus schnell wieder voll. Dann fahren die Pendler, für die das Konzept gedacht ist, es nicht mehr an, weil sie keinen Parkplatz mehr bekommen“, gab Weber zu bedenken.

Besucher von außerhalb, die für Veranstaltungen nach Stuttgart kommen, müssen im P+R-Parkhaus ebenfalls ein Ticket lösen, welches zum Parken und Nutzen des ÖPNV berechtigt. Auch, wenn viele Veranstaltungstickets die VVS-Nutzung bereits beinhalten. „Viele nutzen das Parkhaus dann nicht mehr, weil sie zusätzliches Geld zahlen müssten“, sagte Ölcer.

Bei zwei Enthaltungen stimmte die Mehrheit der Bezirksbeiräte für den Antrag von CDU und FDP.

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