Die Landesvorsitzende von Verdi, Leni Breymaier, kann austeilen. Foto: Nina Ayerle

Leni Breymaier spricht beim politischen Aschermittwoch der SPD über Arbeit, Politik und die FDP.

Ostheim - Es war ihre erste politischer Aschermittwoch-Rede. Deshalb hatte sich die Verdi-Landesvorsitzende Leni Breymaier vor der Sitzung des SPD-Kreisverbands bei ihrem Ehemann Rat geholt. „Neischlage! Bloß dieses Mal net auf d’ SPD“, habe er ihr empfohlen. Breymaier hatte für die Stuttgarter SPD die Aufgabe, die Schwächen der politischen Gegner aufzuzeigen. Der FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle war eines ihrer Angriffsziele. „Den kann man net durchgehen lassen“, schimpfte Breymaier in breitestem Schwäbisch. Dafür bekam die Verdi-Landesvorsitzende auch gleich die ersten Lacher von den rund 50 anwesenden Genossen. Bei der Vorbereitung ihrer Rede habe ihr diese Woche eine Sache in die Hände gespielt: „Der Papst ist zurückgetreten, weil er es nicht mehr packt.“ Das sieht Breymaier als Zeichen an, um in aller Breite über die heutigen Arbeitsbedingungen zu reden. Von der Rente mit 67 hält die Verdi-Landesvorsitzende nicht viel, von Leiharbeit erst recht nichts. Für eine bessere Arbeitswelt sieht sie einen Regierungswechsel auf Bundesebene als unabdingbar an. „Alles, was uns im Arbeitsleben beschwert, wird von Schwarz-Gelb nicht geändert“, sagte sie.

Die Seitenhiebe der 52-Jährigen trafen besonders die FDP und die CDU, während die Grünen und natürlich die SPD ausgenommen waren. Sie sei froh über den Regierungswechsel im Land. Mappus und dessen Freund Notheis brauche nun wirklich niemand. Auch von einer etwaigen Heiligsprechung Annette Schavans halte sie nichts. Vor zehn Jahren habe diese als Kultusministerin in Baden-Württemberg selbst hohe Maßstäbe angesetzt. „Mit dieser Vorgeschichte ist es absolut richtig zurückzutreten“, betonte Breymaier.

Am meisten ereiferte sich die Verdi-Landessitzende über Philipp Röslers Bezeichnung „Anschlussverwendung“ im Zuge der Debatte um den Verbleib der Schlecker-Mitarbeiterinnen. Das sei ihr persönliches Unwort des Jahres. Auch zum Thema Sexismus bekamen die Liberalen ihr Fett weg. Ganz Deutschland wisse, dass es ein Sexismus-Problem im Land gebe. „Es ist bezeichnend, dass die Alt-Herren der FDP dies nicht kapieren“, sagte Breymaier. Generell hält sie die FDP als Partei schlicht für „indiskutabel.“

„Der einzige Konflikt ist zwischen Arm und Reich“

Einige andere Dinge liegen der SPD-Frau allerdings am Herzen: „Der Konflikt zwischen Arm und Reich ist der einzige wirkliche, den wir haben. Den müssen wir klären“, bekräftigte sie am Ende ihrer Rede. Das Gerücht, dass die gut verdienenden Bürger den Großteil des Steueraufkommens ausmachen, hält sie schlicht für „Läddagschwätz“. Auch kämpft sie für die Frauenquote. Kristina Schröder hält sie deshalb für „nicht ganz bacha“. „Ich bin eine Quotenfrau, und ich bin stolz darauf. Die besten Frauen werden so nach oben gespült.“ Und dafür erhielt sie am Ende noch einmal richtig Beifall – auch von den männlichen Genossen.

Bei aller politischen Schelte fand Breymaier jedoch auch lobende Worte und zwar für den Musikverein Gaisburg, der in der Friedenau für die musikalische Unterhaltung sorgte.

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