Erst seit wenigen Tagen gibt es den aus bronzierten Metallstäben bestehenden Sichtschutz zur WC-Anlage. Die Spielskulpturen Apfel und Birne sowie der Brunnen aus Sandstein stehen dagegen schon etwas länger auf dem Platz. Foto: Torsten Ströbele

Mit der Umgestaltung der Fläche an der Griegstraße sind die wenigsten Bürger zufrieden.

Stuttgart-Botnang - Der Marktplatz in Botnang wurde für mehr als eine Million Euro umgestaltet. Im Vorfeld gab es mehrere Workshops, um herauszufinden, wie sich die Fläche künftig präsentieren soll. Vor allem sollte der Platz multifunktional nutzbar sein, deshalb war klar, dass er nicht über Gebühr vollgestellt wird. Mit dem Ergebnis sind aber nur die wenigsten Botnanger zufrieden. „Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind fast durchweg negativ“, sagt Bezirksvorsteherin Mina Smakaj. Es hieße, dass der Platz leblos sei und zu wenig Schatten biete. Es gebe zu wenig Sitzmöglichkeiten. Zudem seien die beiden Spielgeräte „Apfel und Birne“ hässlich. Der neue Brunnen werde oft mit einem Urinal oder einer Viehtränke verglichen.

Auch der Vorsitzende des Bürgervereins, Juergen R. Spingler, ist verärgert: „Aus meiner Sicht ist das Hauptproblem die Wasserversorgung.“ Eigentlich sollte ein Sechs-Hydranten-System dafür sorgen, dass der Marktplatz bei Veranstaltungen problemlos bespielt werden kann. „Jetzt gibt es aber nur einen Hydranten. Somit müssen wir auf dem Platz wieder Schläuche verlegen, um überall Wasser zu haben. Genau das wollten wir vermeiden“, betont Spingler. Des Weiteren wurde eine der Spielskulpturen dort festgeschraubt, wo beim Kuckucksfest eine der beiden Bühnen stehen soll.

Auch Kornelija Virag vom Tiefbauamt konnte in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats nicht wirklich für bessere Stimmung beim Thema Marktplatz sorgen. Bezüglich der Versorgungsleitungen könne sie nur den Kontakt zur Netze BW herstellen. Rein theoretisch sei es auch möglich, die Spielskulptur abzuschrauben. Ob dies beim Kuckucksfest allerdings passiert, blieb unbeantwortet.

„Ja, Chance vertan. Hässlicher ging’s nicht!“

Obwohl schon im Sommer 2017 die größten Umbaumaßnahmen auf dem Marktplatz beendet waren, konnte eine offizielle Einweihung der Fläche bislang noch nicht stattfinden. Der Paravan, der als Sichtschutz dienen soll, um die WC-Anlage an der Ecke Reger-/Eltinger Straße zu verstecken, wurde erst Mitte vergangener Woche aufgestellt. Nun fehlen eigentlich nur noch neue Sitzgelegenheiten. „Die Bänke, die derzeit dort stehen, sind nur eine Interimslösung“, sagt Smakaj. Die Möbel sollen eigentlich aus Holz sein. Aber nicht aus irgendeinem Holz. Nein, aus Barcelona soll es sein. „Der Architekt wollte das so“, erklärt Smakaj. Doch der Lieferant hat Schwierigkeiten, Botnang zu bedienen – seit mehr als einem Jahr. Ihm soll nun endlich eine Frist gesetzt werden.

Aber das nächste Problem steht schon ins Haus. Eigentlich müsste der Boden des Marktplatzes an manchen Stellen noch einmal geöffnet werden. Da das sogenannte Botnanger Parkett aber eine Sonderanfertigung ist, muss für jede Maßnahme ein neuer Auftrag beim Hersteller eingehen. Die Stadt wartet deshalb erst einmal ab, bis ein paar mehr Stellen geöffnet werden können, um alle anstehenden Arbeiten in einem Zug und mit einem Auftrag erledigen zu können. Alles nicht optimal. Auch im Rahmen des Bürgerhaushalts wird gefordert, dass der Marktplatz noch einmal umgestaltet wird. Die Kommentare sind fast alle negativ: „Die jetzige Gestaltung strahlt leider keinen Wohlfühlcharakter aus.“ „Der neue Marktplatz ist tot. Keine Spielgeräte mehr für Kinder. Zu wenig Grün. Ungemütlich. Trostlos.“ Oder: „Von der ,Italienischen Piazza‘, die nach den Vorstellungen der Bürgerbeteiligung wohl entstehen sollte, ist nicht viel spürbar.“ „Ja, Chance vertan. Hässlicher ging’s nicht!“

Doch die ehemalige Bezirksbeirätin Christl Offner-Hofstetter macht sich nun dafür stark, dass es in naher Zukunft noch einmal einen Workshop gibt, bei dem es darum gehen soll, den Marktplatz „gemütlicher“ zu machen. Im Juni ist klar, ob es im Rahmen des Sanierungsgebietes dafür Mittel aus dem Verfügungsfond gibt.

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