Marit Björgen bejubelt den Olympiasieg mit der norwegischen Langlauf-Staffel. Foto: AP

Die norwegische Langläuferin Marit Björgen setzt sich mit ihrem siebten Olympiasieg an der Spitze der ewigen Bestenliste vor die frühere russische Langläuferin Ljubow Jegorowa (sechs). Wir haben fünf beeindruckende Zahlen zu der Rekordfrau zusammengetragen.

Pyeongchang - Immer wenn bei Olympischen Spielen eine historische Marke fällt, tun die Athleten so, als interessiere sie das nicht groß. Weil sie stets auf den nächsten Wettkampf, die nächste Medaillenchance fokussiert sind. Marit Björgen machte da keine Ausnahme. „Um auf einem hohen Niveau Sport treiben zu können, ist es wichtig, nicht zurück-, sondern vorauszublicken“, sagte die Langlauf-Legende, nachdem sie durch den Sieg mit der norwegischen Staffel zur erfolgreichsten Olympionikin der Geschichte aufgestiegen war. „Erst wenn die Spiele hier vorbei sind, werde ich schauen, was ich erreicht habe.“

Wir tun es jetzt schon: Die Rekordfrau in Zahlen.

7 So viele Olympiasiege wie Marit Björgen hat keine andere Wintersportlerin erreicht. Auf Rang zwei liegt die frühere russische Langläuferin Ljubow Jegorowa (sechs). Die Norwegerin ist eine echte Dauerbrennerin, ihre ersten Spiele erlebte sie bereits 2002 in Salt Lake City. Mit nun 37 Jahren nimmt sie Abschied von Olympia, wobei gut möglich ist, dass noch eine Goldmedaille dazukommt: Im Massenstart über 30 Kilometer klassisch am Sonntag, der letzten Entscheidung in Pyeongchang, ist sie die Favoritin. „Sie ist mental und körperlich extrem stark“, sagte ihre Teamkollegin Ingvild Flugstad Östberg, „sie ist einfach höllisch gut. Als Langläuferin. Und als Mensch.“

1000 Die Norwegerin gilt als härteste Arbeiterin unter den Langläuferinnen. Laut Andreas Schlütter, Sportlicher Leiter des deutschen Teams, trainiert sie bis zu 1000 Stunden im Jahr, allein 850 Stunden verwendet sie auf Ausdauer-Einheiten – so viel wie ihr Kollege Martin Johnsrud Sundby. „Sie ist das perfekte Aushängeschild für den Langlauf“, sagt Torstein Drivenes, der deutsche Frauen-Bundestrainer, „wenn sie läuft, glaubt man nicht, was man sieht. Aber es ist das Ergebnis von viel, viel Training. Tag für Tag. Jahr für Jahr.“ Marit Björgen ist mit Fred Börre Lundberg liiert, zweimaliger Olympiasieger und dreimaliger Weltmeister in der Kombination. Gemeinsam hat das Paar einen Sohn – Marius Björgen Lundberg (2).

13 Nach dem Staffel-Gold, das Marit Björgen in der Schlussrunde gegen die Schwedin Stina Nilsson sicherte, steht sie auf einer Stufe mit der norwegischen Biathlon-Legende Ole Einer Björndalen – beide haben 13 Olympia-Medaillen gewonnen. „Sie ist eine unglaubliche Athletin und ein tolles Vorbild“, sagte Björndalen (8 Gold/4 Silber/1 Bronze) über Björgen (7/4/2), „sie wird mich bei den Spielen in Südkorea noch hinter sich lassen. Da bin ich mir sicher.“

5 Eine der größten Qualitäten von Marit Björgen: Sie kann alles. Olympia-Gold gewann sie in fünf verschiedenen Wettbewerben: Sprint (2010), Skiathlon (2010, 2014), Staffel (2010, 2018), Teamsprint (2014), 30 Kilometer Freistil (2014). Nicht mehr Olympiasiegerin werden kann sie über zehn Kilometer: Hier holte sie „nur“ Silber (2006/klassisch) und Bronze (2018, 2018/jeweils Freistil).

6000 So viele Einzeldosen an Asthma-Mitteln hat die norwegische Delegation mit nach Südkorea genommen. Für 121 Sportler. Auch Marit Björgen ist Asthmatikerin, darf seit Jahren dank einer Ausnahmegenehmigung Medikamente nehmen. Was die Zweifler darin bestärkt, ihre Superleistungen skeptisch zu sehen. Zumal Björgen („Ich muss nur einen Kraftraum sehen, dann lege ich schon an Muskelmasse zu“) gerne ihre Oberarme präsentiert, die mancher Bodybuilderin zur Ehre gereichen würden. Dazu kommt: Nach der Geburt ihres Sohnes im Dezember 2015 ist sie offenbar von norwegischen Dopingkontrolleuren sieben Monate lang in Ruhe gelassen worden. Selbst in Trainingslagern des Nationalteams.

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