Die Türkei setzt unter anderem Panzer des Modells Leopard 2A4 ein, die in Deutschland produziert werden (Archivbild). Foto: dpa

Vorerst sollen keine Waffen mehr aus Deutschland an die Türkei geliefert werden, die bei der Offensive in Nordsyrien eingesetzt werden. Das teilte Außenminister Heiko Maaß mit.

Berlin - Wegen der türkischen Militäroffensive im Norden Syriens schränkt die Bundesregierung die Rüstungsverkäufe an die Türkei weiter ein. Es würden keine neuen Genehmigungen erteilt „für alle Rüstungsgüter, die durch die Türkei in Syrien eingesetzt werden könnten“, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) der „Bild am Sonntag“.

Bereits seit 2016 gelte eine sehr restriktive Linie für Rüstungsexporte an die Türkei, sagte Maas der Zeitung. Allerdings verkauft Deutschland weiterhin im großen Stil Waffen an das Nato-Land. Lieferungen an die Türkei machten 2018 mit 242,8 Millionen Euro fast ein Drittel aller deutschen Kriegswaffenexporte aus. In den ersten vier Monaten dieses Jahres erhielt Ankara Kriegswaffen für weitere 184,1 Millionen Euro.

Der Nato-Partner hatte am Dienstag eine Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG im Nordosten Syriens gestartet und damit eine neue Front in dem seit acht Jahren von einem Bürgerkrieg gebeutelten Land eröffnet.

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