Finanzbürgermeister Michael Föll sagt: Wer Werkswohnungen wolle, müsse auch sagen, dass diese in Konkurrenz zum allgemeinen Wohnbau stünden. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Stadt steht im Wettbewerb mit der freien Wirtschaft, sie sucht händeringend nach Mitarbeitern. Personalamtsleiter Bernd Reichert berichtete von „deutlich weniger Bewerbungen“, damit sinke das Qualitätsniveau.

Stuttgart - Die offensichtlichen Personalprobleme der Landeshauptstadthaben am Mittwoch den Verwaltungsausschuss des Gemeinderats beschäftigt. Die SPD dringt auf eine bessere Bezahlung vor allem für Erzieherinnen und denkt an einen Zuschuss für die Kinderbetreuung für alle Beschäftigten, SÖS/Linke-plus fordert erneut eine Stuttgart-Zulage für alle.

Rund 600 beschlossene und finanzierte Plätze zur Kinderbetreuung könnten nicht besetzt werden, weil Personal fehle, sagte SPD-Fraktionschef Martin Körner. 200 Euro mehr pro Monat würde dieser Gruppe „enorm helfen“, so Körner. Er will, dass Berufsanfänger höher eingruppiert werden. Es gebe Firmen, die 100 Euro für die Kinderbetreuung bezahlten. Damit könne auch die Stadt Stellen attraktiver machen, genauso mit günstigen Werkswohnungen. Auch der Sprecher der FDP im Rat, Matthias Oechsner, riet, „über die Einstiegsgehälter nachzudenken“. Grünen-Sprecherin Anna Deparnay-Grunenberg zeigte sich über „Katzentische für Auszubildende im Flur“ verärgert, Rose von Stein (Freie Wähler) mahnte eine Aufgabenkritik an, eventuell müsse man da „abspecken“. Iris Ripsam (CDU) sprach von einer Herausforderung.

Weniger Bewerbungen

Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) sagte, für mehr Stellen habe es auch mehr Bürofläche gegeben. Kurzfristig sei die Anmietung von 1400 Quadratmetern und mittelfristig der Kauf oder die Anmietung von 5000 Quadratmetern Büros geplant. Wer Werkswohnungen wolle, müsse auch sagen, dass diese in Konkurrenz zum allgemeinen Wohnbau stünden, so Föll. Verwaltungsbürgermeister Fabian Mayer (CDU) räumte Probleme ein, die Personalabteilungen seien ein „Nadelöhr zur Stellenbesetzung“. Personalamtsleiter Bernd Reichert berichtete von „deutlich weniger Bewerbungen“, damit sinke das Qualitätsniveau. Claudia Häußler aus dem Vorstand des Personalrats fordert ein Gesamtkonzept. Fast ein Viertel der 14 500 Mitarbeiter seien über 55. „Wir stehen vor einem Langfristproblem bis zum Jahr 2035“, so Häußler.

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