Der syrische Filmemacher Talal Derki wurde mit dem Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. Foto: SWR

Der syrische Filmemacher Talal Derki bekommt für seinen Dokumentarfil „Of Fathers and Sons“ den deutschen Dokumentarfilmpreis.

Stuttgart - Die deutsch-syrisch-libanesische Dokumentation „Of Fathers and Sons“ bekommt den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2018. Wie der Südwestrundfunk (SWR) am Freitag anlässlich der Verleihung in Stuttgart mitteilte, bekommt Filmemacher Talal Derki, ein in Berlin lebender Syrer, ein Preisgeld von 20 000 Euro. Für den Film mit dem deutschen Titel „Kinder des Kalifats“ kehrte er demnach in seine Heimat zurück. Derki folgt darin der Familie eines islamistischen Kämpfers während des syrischen Bürgerkriegs.

„Der Film führt uns in eine fremde, essenziell verstörende Welt, ohne Schutz, aber mit großer dokumentarischer Geduld“, urteilte die Jury laut Mitteilung des SWR. Der Streifen habe den Zuschauern die Welt radikaler Islamisten mit ihren Widersprüchen und ihrer Tragik gezeigt. Der Preis wird seit 2017 jährlich verliehen - davor alle zwei Jahre.

Die Wichtigkeit des Dokumetarfilms herausheben

SWR-Intendant Peter Boudgoust sprach von einer insgesamt „herausragenden Qualität des deutschsprachigen Dokumentarfilms“. Behandelt würden Themen wie Globalisierung, Migration und Terrorismus. „In Zeiten von immer schneller werdenden Nachrichten und auch manchmal viel zu vielen unterschiedlichen Informationen wird nochmals deutlicher, wie sehr wir den Dokumentarfilm brauchen“, sagte Boudgoust. „Er kann die komplexen Strukturen sichtbar machen, Menschen und ihre Geschichten authentisch zeigen, Zwischentöne zulassen.“

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