Bei der Beamtenbund-Tagung in Köln wird Unmut über die Schwächen des öffentlichen Dienstes laut. Foto: dpa

Der Deutsche Beamtenbund legt zurecht den Finger in die Wunde: Der öffentliche Dienst steuert mit hohem Tempo in die Personalmisere hinein. Er muss attraktiver werden. Sonst ist die Handlungsfähigkeit ist gefährdet, meint Matthias Schiermeyer.

Köln - Nach einer durchaus seriösen Aufstellung des Beamtenbundes fehlen dem Staat derzeit 185 000 Mitarbeiter. Zudem geht in den nächsten zehn Jahren fast ein Drittel aller heutigen Beschäftigten in den Ruhestand. Folglich rennt der öffentliche Dienst voll in einen riesigen Personalmangel hinein. Dessen Vorläufer machen sich längst bemerkbar: So klagen auch die Städte in Baden-Württemberg vielfach bereits über Probleme, geeigneten Nachwuchs zu finden. Und in anderen Teilen der Republik – Berlin vor allem – bietet die Verwaltung einen ihr unwürdigen Service an. Da die demografische Entwicklung nicht vom Himmel fällt, zeigt sich hier ein Versagen der regierenden Parteien in der jüngeren Vergangenheit.

Nicht nur auf die Gehälter schauen

Mittlerweile findet wieder ein Personalaufbau statt. Nun müssen die Bedingungen verbessert werden. Dazu braucht es wettbewerbsfähige Einkommen, wie sie in der nahen Lohnrunde für Bund und Kommunen wieder vereinbart werden. Allein auf die Gehälter zu schauen wäre aber kurzsichtig. Vielmehr muss die Attraktivität des öffentlichen Dienstes durch moderne Arbeitsplätze erhöht werden – durch digitale Ausstattungen, flexible Arbeitsbedingungen gerade für Frauen, höhere Übernahmequoten und eine Abkehr von den unseligen Befristungen. Viel zu jammern und kaum zu handeln wäre mehr als fahrlässig.

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