Die Oberlandesgerichten in München und Stuttgart haben über die Schadenersatzforderungen von Dieselauto-Käufern gegen Autohändler verhandelt. Foto: dpa

Dieselauto-Käufer wurden bei ihrer Schadenersatzforderungen gegen Autohändler von den Oberlandesgerichten in München und Stuttgart in ihrer Position geschwächt.

Stuttgart - Die Oberlandesgerichte München und Stuttgart haben Schadenersatzforderungen von Dieselauto-Käufern gegen Autohändler als verjährt angesehen, wenn sie später als zwei Jahre nach der Auslieferung eingereicht wurden.

Zwei Kläger, die 2014 einen Audi beziehungsweise 2011 einen Skoda mit VW-Dieselmotor gekauft hatten, hätten deshalb keine Aussicht mehr auf Schadenersatz, heißt es in Hinweisbeschlüssen der Gerichte. Der Münchner Kläger habe seine Berufung inzwischen zurückgenommen, sagte eine Gerichtssprecherin am Montag.

Klage wegen arglistiger Täuschung auf Schadenersatz möglich

Ein VW-Sprecher sagte, der Beschluss betreffe rund 500 laufende Verfahren gegen Autohändler. Laut VW sind derzeit noch etwa 50 000 Verfahren anhängig, die meisten davon gegen den Konzern. Gegen Händler liefen bundesweit noch etwa 2000 Verfahren.

Für Autobesitzer, deren Klage wegen Mängelgewährleistung gegen Autohändler abgewiesen wurde, könnten aber noch die Volkswagen AG wegen arglistiger Täuschung auf Schadenersatz verklagen, sagte die Anwältin Nuriye Yildirim in München. Sie ist Geschäftsführerin der Kanzlei 21legal, die rund 1600 Diesel-Klagen gegen VW vertritt.

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