Gabriele Zull möchte Oberbürgermeisterin in Fellbach werden. Foto: Patricia Sigerist

Im Ringen um den Chefsessel im Fellbacher Rathaus darf die Göppinger Sozialbürgermeisterin Gabriele Zull auch auf Freie Wähler und Liberale zählen. Der Alt-OB Friedrich-Wilhelm Kiel spricht sich ebenso für die 49-Jährige aus.

Fellbach - Im Ringen um den Chefsessel im Fellbacher Rathaus darf die Göppinger Sozialbürgermeisterin Gabriele Zull auch auf Freie Wähler und Liberale zählen: Bei einer Vorstellungsrunde der FW/FD-Fraktion stieß die 49-jährige Juristin bei fast 70 Gästen im Mörikekeller offenbar auf einhellige Zustimmung. „Besonders gut gefiel den Zuhörern ihr Plädoyer für eine Kommunalpolitik ohne ideologische und parteipolitische Scheuklappen“, berichtet Fraktionschef Ulrich Lenk von der nicht-öffentlichen Veranstaltung. Mit Charme und großer Überzeugungskraft habe die in Tübingen geborene Verwaltungsfrau ihre christlich geprägten familiären Wurzeln, ihren beruflichen Werdegang und ihre Motive erläutert, gerade in einer so glänzend dastehenden Stadt wie Fellbach als OB-Kandidatin antreten zu wollen.

Zull attestiert Fellbach eine kulturelle Strahlkraft

„Sie wagt diesen Schritt, weil sie rasch gemerkt hat, über welche Potenziale die Kappelberg-Stadt verfügt“, urteilt Lenk. Besonders angetan sei die seit 1995 im Göppinger Rathaus tätige Gabriele Zull von der kulturellen und sportlichen Strahlkraft und dem ausgeprägten bürgerschaftlichen und sozialen Miteinander in Fellbach, das sich in vielen aktiven Vereinen, Kirchengemeinden und Hilfsorganisationen niederschlage. Dazu komme eine einzigartige Mischung aus überdurchschnittlicher städtischer Infrastruktur, einer gesunden Wirtschaft und von Landwirtschaft und Weinbau geprägter Heimatverbundenheit.

Auch das Thema Nord-Ost-Ring kommt zur Sprache

Bereits vor der Vorstellungsrunde in der durch geladene Gäste erweiterten FW/FD-Fraktion hatten der Stadtverband und die Ratsfraktion der CDU sich einstimmig für eine Unterstützung der Zull-Kandidatur ausgesprochen. Bei den „Freien“ wiederholte die bewusst als parteilose und unabhängige Kandidatin antretende Juristin, dass sie teamfähig sei und Brücken bauen könne, aber auch sagen, wo es lang gehe. Ihren als Erste Beigeordnete in Göppingen entwickelten Führungsstil wolle sie im Falle einer Wahl auch im Fellbacher Rathaus pflegen. In der Diskussion wurden viele Themenfelder von der Schulpolitik über die Kooperation der Stadt mit freien Trägern bis zur Schaffung von Wohnraum gestreift. Breiten Raum nahm auch das Thema Nord-Ost-Ring ein, bei dem Gabriele Zull die Geschlossenheit in Gemeinderat und Bevölkerung lobte und die „sachlich bestens untermauerte ablehnende Haltung“ der bisherigen Fellbacher Oberbürgermeister fortsetzen möchte. Zur Sprache kam auf Frage von Weinerzeuger Gert Aldinger aber auch ihr Verhältnis zum Rebensaft: „Ich bevorzuge einen leichten und fruchtigen Riesling, bin aber bei diesem Thema noch lernfähig“, erklärte Gabriele Zull. „Mit ihrer persönlichen Ausstrahlung, ihrer offenen und herzlichen, aber auch gewinnenden Art eroberte Gabriele Zull die Herzen der Fellbacher Freien“, fasste Fraktionschef Ulrich Lenk den breiten Zuspruch zusammen. Auch Alt-Oberbürgermeister Friedrich-Wilhelm Kiel bemühte sich um ein Fazit: „Sie haben mich und die Versammlung beeindruckt - ich würde mich freuen, wenn Sie meine Nach-Nachfolgerin würden“, sagte er.

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