Der „Große Pfahl“ des österreichischen Bildhauers Rudolf Hoflehner ist Teil des Skulpturenpfades, der 16 Großplastiken auf dem Nürtinger Säer vereint. Foto:  

Auf dem Säer in Nürtingen hat der Landkreis Esslingen die „Säer Skulp-Tour“ angelegt. 16 Großplastiken renommierter Künstler säumen den Kunstpfad, der am 29. September mit einem Fest eröffnet wird.

Nürtingen - Da ragt der „Große Pfahl“ des österreichischen Bildhauers Rudolf Hoflehner wie ein riesiger Zeigefinger in den blauen Himmel, ein paar Meter weiter blickt Franz Bernhards „Kopf mit Nase“ stoisch in Richtung Krankenhaus, und auf der anderen Seite setzen die Bienenbeuten nachempfunden Colour Boxes von Bettina Bürkle fröhlich-farbige Akzente auf der grünen Wiese. Kunstwerk an Kunstwerke reiht sich auf dem Nürtinger Säer aneinander. Die 16 Großplastiken des Skulpturenwegs „Säer Skulp-Tour“ bilden (noch) einen Halbkreis. Sinnbildlich jedoch stehen sie für einen Kreis, der sich nach 45 Jahren mit der Eröffnung des Pfads auf dem Nürtinger Hausberg schließt.

Im Jahr 1974 hatten der damalige Esslinger Landrat Hans-Peter Braun und der Kunstkritiker und spätere Berater des Landkreises in Kunstfragen, Günther Wirth, anlässlich der Einweihung der raketengleich in den Himmel ragenden Plastik des Nürtinger Künstlers Fritz Ruoff dort oben, hoch über der Stadt, die Köpfe zusammengesteckt und die Idee einer Kunstsammlung des Landkreises geboren. Inzwischen umfasst die Sammlung mehr als 1000 Kunstwerke unterschiedlicher Gattungen.

Die Landkeis-Kunst kehrt zu ihrem Ursprung zurück

In diesem Sommer – 45 Jahre später – kehren die spektakulärsten Kunstwerke dorthin zurück, wo die Sammlung ihren Ursprung genommen hat. In Sichtweite zu den Krankenhausgebäuden der Medius-Klinik und zu dem Berufsschulzentrum des Landkreises laden die Großplastiken so renommierter Künstler wie Werner Pokorny, K.H. Türk oder Hans-Michael Franke zum Innehalten ein.

Am Sonntag, 29. September, wird der Esslinger Landrat Heinz Eininger (CDU) den Skulpturenpfad um 11.30 Uhr offiziell freigeben – im Rahmen einer kleinen Matinee, die von dem Stuttgarter Brass-Quartett musikalisch begleitet wird.

Der Pfad soll weitergeführt werden

Bei den 16 Kunstwerken soll es nicht bleiben – bei dem Halbkreis nicht und auch nicht bei dem einen Einweihungsfest. „Wir haben vor, den Skulpturenweg im Idealfall um ein Kunstwerk pro Jahr zu erweitern – und den Zuwachs dann auch jeweils mit einem Skulpturenfestival zu feiern“, sagt Sarah Panten, die in der Esslinger Landkreisverwaltung zuständige Sachgebietsleiterin für Kultur und Öffentlichkeitsarbeit. In ihren Augen ist der Nürtinger Säer, von dem aus sich der unverbaute Blick auf die „Blaue Mauer“ der Schwäbischen Alb öffnet, der ideale Standort für die Kunstwerke. Nicht nur, weil das Gelände ohnehin dem Landkreis gehört, weil genügend Platz für eine Erweiterung vorhanden ist und weil hier die Landkreis-Kunst ihren Ursprung hat. „Das ist ein bevorzugtes Ziel für Spaziergänger, für unsere Berufsschüler wie auch für Besucher und Patienten des Krankenhauses“, sagt sie.

Aufbau zum Schnäppchenpreis

Die geballte Großkunst hat der Landkreis mehr oder weniger zum Schnäppchenpreis bekommen. „Die Werke waren alle schon in unserem Besitz“, sagt Sarah Panten. Den Kern bilden die Ankäufe, die der Landkreis anlässlich zu der Ausstellung „Der Große Albgang“ zur Jahrtausendwende getätigt hat. Er wird ergänzt durch Arbeiten der Atelierstipendiaten des Landkreises im Kulturpark Dettinger in Plochingen und durch Einzelankäufe.

Auch die teilweise aufwendige Installation der tonnenschweren Plastiken hat es zum Sonderpreis gegeben. „Weil wir wegen des Neubaus der Albert-Schäffle-Schule ohnehin zwei Skulpturen versetzen mussten, haben wir das in einem Aufwasch erledigen können“, sagt Sarah Panten. Der mittlere vierstellige Betrag, den der Umzug unterm Strich gekosten hat, ist nicht mehr als eine Randgröße in dem 28-Millionen-Euro-Etat, der dem Schulneubau zugrunde liegt.

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