Der US-Geheimdienstenthüller Edward Snowden mit seiner Unterstützerin Sarah Harrison. Foto: Human Rights Watch/Ho

Mehrere der Snowden-Enthüller sind seit Wochen in Berlin, nun ist auch Sarah Harrison hier. Die junge Frau unterstützte monatelang Edward Snowdens Suche nach Asyl - und trifft in der deutschen Hauptstadt auf Unterstützer aus der Hacker-Szene.

Mehrere der Snowden-Enthüller sind seit Wochen in Berlin, nun ist auch Sarah Harrison hier. Die junge Frau unterstützte monatelang Edward Snowdens Suche nach Asyl - und trifft in der deutschen Hauptstadt auf Unterstützer aus der Hacker-Szene.

Berlin - Bei Hackertreffen in Berlin tauchen dieser Tage manchmal Menschen auf, die ganz besonders auf ihre Rucksäcke achten. Fremden gegenüber sind sie zurückhaltend. Wer zu viele Fragen stellt, wird gemieden. Ihre Computer haben sie mit Verschlüsselungstechnik gesichert und tragen sie dennoch ständig mit sich herum. Es ist ein kleiner Kreis von Sicherheitsexperten und Hackern, Unterstützern und Helfern.

Durch sie ist Berlin zu einem Knotenpunkt für die Menschen geworden, die die Dokumente von Edward Snowden ans Licht bringen wollen. Gleich mehrere der Snowden-Enthüller haben hier ein neues Zuhause gefunden - zumindest übergangsweise. Seit dem Wochenende ist auch Sarah Harrison hier, wie die Enthüllungsplattform Wikileaks auf ihrer Webseite verkündete.

Harrison gehört zu Wikileaks, monatelang begleitete sie Snowden. Sie flog mit ihm von Hongkong nach Moskau, wo er am Flughafen strandete, bis Russland ihm für ein Jahr Asyl gewährte. Die junge Frau war auch dabei, als Snowden sich vergangene Woche in Moskau mit dem Grünen-Abgeordneten Hans-Christian Ströbele traf.

Nun ist Harrison nach Berlin gekommen. Warum gerade hierher und warum gerade jetzt, das geht aus ihrem Brief auf der Wikileaks-Webseite nicht hervor. Zurück nach Großbritannien will sie nicht. „Unsere Anwälte haben mir geraten, dass es nicht sicher ist, nach Hause zurückzukehren“, schreibt sie. Der Brief ist datiert auf „Mittwoch, 6. November 2013, Berlin“.

In Berlin kann Harrison auf ein Netzwerk von Unterstützern zählen

Eins jedoch ist sicher: In Berlin kann Harrison auf ein Netzwerk von Unterstützern zählen. Hiesige Wikileaks-Helfer hätten die 31-Jährige am Flughafen abgeholt und an einen unbekannten Ort gebracht, berichtet „Spiegel Online“. In Berlin ist auch der Chaos Computer Club verwurzelt. Die Hackervereinigung pflegt enge Verbindungen zu Wikileaks und Assange - obwohl der Australier in dem Club nicht unumstritten ist. Der CCC ist außerdem mit Unterstützern in anderen Ländern vernetzt. Und der Club kämpft schon lange gegen staatliche Überwachung und für den Datenschutz.

So gibt es inzwischen eine wachsende Gruppe von Snowden-Enthüllern in Berlin. Die Dokumentarfilmerin Laura Poitras lebt hier, an die sich Snowden mit seinen Geheimunterlagen wandte. Öffentlich tritt sie selten in Erscheinung. Anders der Computerexperte und Aktivist Jacob Appelbaum, der ebenfalls in der Stadt ist. Wie Harrison hatte Appelbaum Kontakt zu Snowden, wie sie will er vorerst nicht in seine Heimat, die USA, zurückkehren. Er befürchtet, dort von Sicherheitsbehörden drangsaliert zu werden, sagt Appelbaum. Er bezeichnet seine Situation als „selbstgewähltes Exil“.

Auf einer Sicherheitskonferenz warb er am Mittwoch erneut um Asyl für Snowden. Der Informant könne helfen, „einige dieser Dinge zu erklären, von denen wir uns nicht mal vorstellen konnten, dass sie möglich sind“.

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