Zufrieden mit dem Punktgewinn: VfB-Angreifer Timo Werner (li.) und Timo Baumgartl. Klickt euch durch die Noten für die Roten Foto:  

Der VfB Stuttgart gerät gegen die TSG Hoffenheim zweimal in Rückstand und kommt durch die Tore von Jan Kliment und Timo Werner zu einem verdienten 2:2. Trotz starker Moral zeigt vor allem die Defensive alt bekannte Wackler. Wir haben für die Noten für die Roten.

Sinsheim - Der VfB kommt am 8. Spieltag in der Fußball-Bundesliga bei der TSG Hoffenheim zweimal nach Rückstand zurück und bejubelt dank seiner Youngster ein spätes 2:2. In unserer Analyse nehmen wir die Fehler im Stuttgarter Defensivverbund in den Fokus und erklären, warum es am Ende trotzdem zu einem Punkt gereicht hat.

Gleich auf drei Positionen musste VfB-Trainer seine Startelf im Vergleich zum Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach umbauen. Martin Harnik, Alexandru Maxim und Lukas Rupp ersetzten die verletzten Filip Kostic, Christian Gentner und Daniel Ginczek. Das Spiel nahm in der ersten Halbzeit einen Verlauf, den die VfB-Fans in dieser Saison schon gut kennen- vor allem in der Defensive. Bereits in der vierten Minute brannte es nach einem Eckball wieder lichterloh im VfB-Strafraum. Der ehemalige Stuttgarter Ermin Bicakcic traf aber nur den Pfosten. Die Situation spiegelte gleich zwei Schwachstellen der Stuttgarter Abwehrreihe wider: der VfB verschläft regelmäßig die Anfangsminuten, bereits drei Tore kassierten die Roten in dieser Saison in der ersten Viertelstunde.

Auch bei Standards haben die Stuttgarter mächtig Probleme: An den ersten sieben Spieltagen kassierte das Team von Trainer Alexander Zorniger sieben Treffer nach ruhenden Bällen. Der achte folgte dann nach einer guten halben Stunde. Nach einem Foul im Strafraum von Toni Sunjic an Hoffenheims Pirmin Schwegler traf Kevin Volland vom Elfmeterpunkt zum 1:0 für die Gastgeber (33.). Bereits der dritte Gegentreffer per Strafstoß. Fehler, die sich wiederholen. Bereits zum siebten Mal im achten Spiel lief der VfB damit einem Rückstand hinterher. Dadurch musste der VfB im Verlauf der ersten Hälfte gegen nun defensiv agierende Hoffenheimer mehr in der Offensive investieren, was nur bedingt gelang. In der 27. Minute verzog Martin Harnik nach Zuspiel von Timo Werner und kurz vor der Halbzeit verfehlte Daniel Didavi das Tor von Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann per Kopf knapp. Mehr brachte die Elf von Coach Zorniger offensiv nicht zustande und hatte sogar Glück, dass Eduardo Vargas mit einem Heber über VfB-Keeper Tyton hinweg nur den Pfosten traf (39.).

Der VfB hat Glück bei zwei Aluminiumtreffern der TSG

Im zweiten Spielabschnitt spielten die Roten vom Wiederanpfiff ab mit deutlich mehr Wille im Angriff. Zunächst scheiterte Angreifer Timo Werner an Oliver Baumann (52.) und kurz darauf verfehlte Daniel Didavi aus spitzem Winkel den Ausgleich (59.). Was vorne besser klappte, war in der Defensive wie in den Partien zuvor eine wacklige Angelegenheit. Die offensivere Spielweise bot den Hoffenheimern viel Platz für Konter und zeigte die Defizite der Abwehr um Timo Baumgartl deutlich auf. Ein langer Ball genügte um für eine Überzahlsituation im Angriff der Gäste zu sorgen. Lediglich die fehlende Konsequenz in den Schnellangriffen der TSG verhinderte eine Vorentscheidung in der Partie (50. und 59. Minute). Nach gut einer Stunde reagierte Zorniger mit einem Dreifachwechsel und brachte Jan Kliment, Arianit Ferati und Daniel Schwaab für die blassen Alexandru Maxim, Lukas Rupp und Toni Sunjic. Vor allem die Hereinnahme von Angreifer Kliment sollte sich als Volltreffer erweisen. Nach 61 Sekunden stand der 22-jährige Tscheche goldrichtig und köpfte nach einer Didavi-Ecke zum 1:1 ein.

Der Ausgleich gab den Gästen mehr Sicherheit im Spiel nach vorne, ohne dabei wirklich Gefahr für das Tor von TSG-Keeper Baumann zu entwickeln. Die Verteidigung blieb trotz der Hereinnahme des erfahrenen Daniel Schwaab ein wackliges Gebilde und zeigte beim schnellen Umschaltspiel der Hoffenheimer große Probleme. Das 2:1 durch Kevin Volland war ein Sinnbild für die Stuttgarter Orientierungslosigkeit beim Umschalten von Offensive auf Defensive. Nach einem abgefangenen Eckball genügte ein schneller Abwurf von Oliver Baumann auf Eduardo Vargas, der auf Kevin Volland weiterleitete, um die VfB-Defensive auszuhebeln. Der Stürmer der Hoffenheimer überwand den unsicheren Stuttgart-Keeper Tyton mit einem sehenswerten Heber (77.). Der zweite Treffer des Hoffenheimer Nationalspielers war bereits der sechste Gegentreffer nach einem Konter für die Stuttgarter. Dass der VfB am Ende doch noch jubeln durfte, war am Samstagnachmittag der Moral und dem stark aufspielenden Timo Werner zu verdanken. Der Angreifer ackerte unermüdlich über 90 Minuten und stand in er Schlussminute an der richtigen Stelle und traf nach einer Flanke von Arianit Ferati zum 2:2 per Kopf (90.).

Timo Werner trifft in der Schlussminute

Trotz der wiederkehrenden Fehler in der Defensive holen der VfB einen wichtigen Last-Minute-Punkt in Hoffenheim. Die Leistung der Youngster und die Moral der Mannschaft lässt VfB-Trainer Alexander Zorniger durchatmen und beschert dem 48-Jährigen eine etwas ruhigere Länderspielpause. Am 18. Oktober empfangen die Roten den Aufsteiger FC Ingolstadt zum Heimspiel in der Mercedes-Benz-Arena. Zeit genug, an einigen Stellschrauben in der VfB-Abwehr zu drehen.

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