Der Angeklagte Josef Fritzl steht am 19. März 2009 vor der Urteilsverkündung im Landesgericht St. Poelten. Fritzl wurde wegen Mordes schuldig gesprochen worden. Foto: dpa/Robert Jaeger

Der niederländische Fall einer jahrelang im Verborgenen lebenden Gruppe lässt in Österreich böse Erinnerungen wach werden: Vor elf Jahren flog Josef Fritzl auf. Der Rentner aus dem niederösterreichischen Amstetten hielt 24 Jahre lang seine eigene Tochter in einem unterirdischen Verlies gefangen und zeugte mit ihr sieben Kinder.

Ruinerwold/Wien - Der mysteriöse Fall einer über Jahre auf einem niederländischen Bauernhof im 4000-Ort Ruinerwold isolierten Familie berührt viele Menschen in Österreich.

Die Medien in der Alpenrepublik erinnerten am Mittwoch an den Fall Josef Fritzl, der vor elf Jahren für großes Aufsehen gesorgt hatte. Fritzl hatte seine Tochter 24 Jahre lang in einem Keller in Niederösterreich gefangen gehalten und mit ihr sieben Kinder gezeugt.

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Fritzl fliegt zufällig auf

Das Verschwinden seiner Tochter erklärte Fritzl gegenüber seiner Frau und Nachbarn ganz einfach: Sie sei wohl bei einer Sekte und durchgebrannt. Bei den Behörden meldete der Vater seine Tochter als vermisst.

Das Verbrechen flog erst auf, als die 19-jährige Tochter aus dem Keller lebensgefährlich erkrankte und von Fritzl in eine Klinik gebracht wurde. Ein Arzt wurde misstrauisch und gab der Polizei den entscheidenden Tipp.

Wieder ein Österreicher

In dem neuen Fall in den Niederlanden in der Provinz Drenthe wurde nun ebenfalls ein Österreicher festgenommen. Der heute 58-Jährige war nach Angaben der Polizei Mieter des Bauernhofes und soll dort regelmäßig Reparaturen ausgeführt haben, aber dort nicht gewohnt haben.

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Die „Kronen Zeitung“ verwies in ihrer Mittwochausgabe auch auf den Fall Natascha Kampusch.

Die heute 31-jährige Österreicherin wurde vor 21 Jahren auf dem Schulweg entführt und mehr als acht Jahre lang in einem Keller gefangengehalten. Im August 2006 gelang der damals 18-Jährigen die Flucht. Stunden später brachte sich der Entführer um.

Zuletzt machte sich Kampusch mit einem eigenen Buch gegen Mobbing im Internet stark.

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