DNA-Spuren führen die Ermittler nach 20 Jahren zu einem Tatverdächtigen in einem Mordfall. Foto: dpa

Nach 20 Jahren wird der Mord an einem niederländischen Jungen aufgeklärt und der tatverdächtige Mann identifiziert. Der 55-Jährige hält sich möglicherweise in Frankreich auf.

Maastricht - Zwei Jahrzehnte nach dem Mord an einem niederländischen Jungen hat die Polizei mit Hilfe von DNA-Proben einen dringend tatverdächtigen Mann identifiziert. Der 55-Jährige halte sich möglicherweise in Frankreich auf und werde inzwischen mit europäischem Haftbefehl gesucht, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Maastricht am Mittwoch mit.

Zugleich riefen sie die Öffentlichkeit auf, die Fahndung nach dem mutmaßlichen Mörder des damals elfjährigen Jungen Nicky Verstappen zu unterstützen.

Die Polizei fahndet nun nach dem Tatverdächtigen Jos B. Den Angaben zufolge hat er zur Tatzeit im August 1998 in der Ortschaft Simpelveld unweit des Waldgebietes Brunssummerheide an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen gewohnt, wo das Kind umgebracht worden war.

Tatverdächtige damals nur als zufälligen Passanten eingestuft

Die Identität des Mannes war seinerzeit von der Polizei erfasst worden, wie die Behördenvertreter bei einer Pressekonferenz erläuterten. Allerdings sei er damals nur als zufälliger Passant eingestuft worden.

Auf dem Radar der Ermittler sei der Mann in diesem Jahr wieder erschienen, da er einem mehrmaligen Aufruf zur freiwilligen Abgabe von DNA-Proben für einen Massentest nicht nachgekommen war. Daran hatten sich im Februar und März rund 15 000 Männer beteiligt.

Als Ermittler den 55-Jährigen zur Rede stellen wollten, war er verschwunden. Seine DNA sei unter anderem anhand von Gegenständen in seiner Wohnung isoliert worden, erklärte der Leiter der Ermittlungen, Ferdinand Schellinkhout. Es habe sich eine „hundertprozentige Übereinstimmung“ mit der DNA eines Mannes ergeben, die seinerzeit auf der Kleidung des ermordeten Nicky gefunden wurden war.

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