Der junge Jaguar kam am 1. Oktober in die Wilhelma. Foto: Sóstó Zoo / Ungarn

Tiger, Löwe, Leopard und Schneeleopard gab es in der Wilhelma schon länger zu bestaunen. Ein Jaguar aus Ungarn macht das Großkatzenquintett nun komplett. Besucherinnen und Besucher müssen sich allerdings noch ein wenig gedulden, bis sie das Tier zu Gesicht bekommen.

Stuttgart - Seit 1. Oktober lebt in der Wilhelma eine Großkatze mehr. Erstmals seit sechs Jahren ist wieder ein Jaguar im zoologisch-botanischen Garten angekommen. Somit sind dort nun alle fünf Großkatzen der Welt zu sehen: Tiger, Löwe, Leopard, Schneeleopard und Jaguar.

1957 zog der erste Jaguar, Petra, in der Wilhelma ein. Sie starb im November 2013 mit 23 Jahren in extrem hohen Alter. Ihr Nachfolger ist knapp zwei Jahre alt und kommt aus dem Sóstó Zoo, der im Osten Ungarns 50 Kilometer nördlich von Debrecen liegt. Mit 500 Arten ist er der zweitgrößte Zoo Ungarns.

Teile des Raubtierhauses bleiben vorerst geschlossen

Vor allem für den Vergleich zwischen Jaguar und Leopard, die oft verwechselt werden, sei der Neuzugang eine Bereicherung, so Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin. Der persische Leopard Aman lebt direkt neben dem Jaguar, daher könne man die beiden Raubkatzen gut vergleichen. „Ein Jaguar ist massiger mit wuchtigerem Kopf und gedrungener mit kürzeren Beinen und kürzerem Schwanz. Bei der Fellzeichnung sind die Rosetten des Jaguars größer und umschließen häufig schwarze Flecken, beim Leopard sind die kleineren Ringe leer“, sagt die Raubtier-Kuratorin Ulrike Rademacher.

Damit sich der junge Jaguar eingewöhnen und medizinisch untersucht werden kann, bleibt ein Teil des Raubtierhauses zunächst einige Tage geschlossen. Stundenweise kann das Haus laut Wilhelma auch komplett geschlossen bleiben.

Kritik an Haltung von exotischen Tieren in Zoos

Laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) ist die Tierart „potenziell gefährdet“. Um den Erhalt des Jaguars in der Natur zu fördern, unterstützt die Wilhelma mit den Spenden ihrer Gäste durch den Artenschutz-Euro die Rettung seines Lebensraums im Regenwald. Dass exotische Tiere überhaupt in Zoos gehalten werden, wird seit Jahren kritisiert. Der Deutsche Tierschutzbund lehnt Zoos nicht generell ab, ist allerdings der Meinung, dass eine artgerechte Unterbringung von exotischen Tieren kaum möglich ist. Die Tierschutzorganisation Peta vergleicht zoologische Einrichtungen gar mit Gefängnissen.

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