Ola Källenius entwirft beim CDU-Neujahrsempfang eine goldene Zukunft für das Automobil. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Beim Neujahrsempfang der CDU-Fraktion im Stuttgarter Rathaus skizziert der Daimler-Entwicklungschef Ola Källenius die Zukunft des Automobils als emissionsfreiem, digitalisiertem Alleskönner.

Stuttgart - Schon mit der Einladung des Festredners zum traditionellen Neujahrsempfang im Rathaus hatte die CDU-Fraktion ein Zeichen gesetzt. Ola Källenius, Mitglied des Daimler-Vorstands und verantwortlich für die Konzernforschung und Entwicklung der nächsten Fahrzeuggeneration, sagte das, was die Stuttgarter Christdemokraten gerne hören. Der Schwede, den viele in der Branche bereits als Nachfolger von Konzernchef Dieter Zetsche sehen, skizzierte in seinem Vortrag die Entwicklung des Fortbewegungsmittels Auto hin zu einem sprechenden, voll vernetzten, digitalisierten und emissionsfreien Alleskönners. Irgendwann werde das Auto so etwas „wie ein Butler“ sein, versprach Källenius der staunenden Zuhörerschaft im voll besetzten Großen Saal.

Auch Fraktionschef Alexander Kotz hatte in seiner Begrüßungsrede deutlich gemacht, wie sich die CDU die Lösung der Luftverschmutzungsprobleme im Kessel vorstellt: „Man löst diese Themen mit technischem Fortschritt und nicht mit Verboten.“ Natürlich lobte der Fraktionsvorsitzende dabei die Initiativen der CDU, die im Rathaus – so Kotz in Anspielung auf die Berliner Politik – schon fast so etwas wie eine Minderheitsregierung darstelle. Den Rückgang bei den Feinstaub-Überschreitungstagen am Neckartor führte er maßgeblich auf die von seiner Fraktion initiierte Straßennassreinigung zurück.

2021 will Daimler das erste voll autonome fahrende Auto auf den Markt bringen

Laut Källenius wird sich das Automobil in den nächsten fünf bis zehn Jahren rasant verändern. Neue Plug-in-Hybrid-Modelle sollen die Zeit bis zur Vollelektrifizierung der Fahrzeugflotte überbrücken, schon 2021 will Daimler das erste voll autonom fahrende Auto auf den Markt bringen. Dazu bedarf es „riesiger Investitionen“, etwa in präzise Navigationssysteme, aber auch in ein Schnellladenetz entlang der deutschen Autobahnen, das Daimler gemeinsam mit anderen Firmen errichten will. Bis 2025 wolle der Konzern 25 Prozent seiner Autos als E-Mobile produzieren , so Källenius. Parallel dazu investiere man aber auch weiter in saubere Otto- und Dieselmotoren. Zu den umstrittenen Abgasexperimenten mit Affen und Menschen, die unter anderem von Daimler mitfinanziert worden sein sollen, äußerte sich Källenius nicht.

Nach so viel optimistischer Zukunftsmusik gab’s von OB Fritz Kuhn (Grüne) am Ende aber auch mahnende Worte an den Konzern: „Vergessen wir vor lauter Zukunft die Gegenwart nicht.“

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