Ingo Hacker ist für weitere acht Jahre Chef im Rathaus von Neuhausen. Foto: Horst Rudel/Archiv

Ingo Hacker ist nicht dafür verantwortlich, dass seine Kritiker erneut nicht in der Lage waren, einen Gegenkandidaten zu stellen. Doch seine magere Stimmenausbeute sollte er durchaus als Denkzettel empfinden.

Neuhausen - Ingo Hacker ist, wie er ist. Und es ist nachvollziehbar, dass Kritikern seine bisweilen rustikale Art zu arbeiten und die Art und Weise, wie er mit ihnen umspringt, missfällt. Das hat der Bürgermeister in der Wahl am Sonntag mit nur 77,9 Prozent der Wählerstimmen und rund 22,1 Prozent Gegenstimmen deutlich zu spüren bekommen, und er kann es durchaus als Denkzettel verstehen. Aber der 57-Jährige ist weder für die niedrige Wahlbeteiligung von 25,3 Prozent noch dafür verantwortlich, dass er sich keines Gegenkandidaten hat erwehren müssen.

Gegner finden keinen Kandidaten

Wer meint, Ingo Hacker hätte nach 24 Jahren an der Spitze des Neuhausener Rathauses abgewählt werden sollen, hätte einen Mitbewerber stellen müssen. Doch das ist seinen Gegnern – wie auch schon bei der Wahl 2011 – nicht gelungen. Damit verbietet es sich, über den Wahlausgang und die daraus resultierende Besetzung des Rathaus-Chefsessels im Nachhinein zu lamentieren. Über Facebook und mit einer Plakataktion zur Nichtwahl Hackers aufzurufen, ist zwar legitim, ersetzt aber nicht die politische Auseinandersetzung.

Kritik spiegelt sich im Ergebnis wider

Dennoch zeigt sich, dass Bürger inzwischen ihrer Kritik auch dann Ausdruck verleihen, wenn sie keine Auswahl auf dem Stimmzettel vorfinden. Zur Erinnerung: Im Februar war der – ebenfalls konkurrenzlos – zur Wiederwahl angetretene Lichtenwalder Bürgermeister Ferdinand Rentschler (CDU) mit nur 70,5 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden.

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