Seit Freitag ist der Notarztwagen in Murrhardt rund um die Uhr startbereit. Foto: /Gottfried Stoppel

Am Donnerstag ist in Murrhardt offiziell eine Notarztwache in Betrieb genommen worden. Die Verantwortlichen erhoffen sich damit eine spürbare Verbesserung der Versorgung im nordöstlichen Teil des Rems-Murr-Kreises.

Murrhardt - Der Standort der neuen Notarztwache in Harbach ist verkehrstechnisch ideal gewählt: direkt an der Straße zwischen Murrhardt und dem Sulzbacher Teilort Schleißweiler. Von hier ist ein Notarztwagen schnell in mehrere Richtungen unterwegs, da die Ausfahrt direkt an einem Kreisverkehr liegt. Am Donnerstag herrschte vor dem Gebäude reger Betrieb. Sowohl der Landrat des Rems-Murr-Kreises, Richard Sigel, war erschienen, als auch Sven Knödler, der Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis, Eberhard Kraut, Vorsitzendes des Rettungsdienst-Ausschusses, und nicht zuletzt der Murrhardter Bürgermeister, Armin Mößner.

Der Kreis nimmt eine Million Euro in die Hand

„Im Notfall müssen schnell der Notarzt und Rettungswagen vor Ort sein. Das ist natürlich allen Bürgerinnen und Bürgern wichtig. Besonders im Murrhardter Raum brennt das Thema seit Längerem unter den Nägeln“, sagte der Landrat während der Inbetriebnahme. Das Thema habe „höchste Priorität“ gehabt.

„Ab 1. November wird es spürbare Verbesserungen im Rettungswesen des Landkreises geben: zusätzliche Rettungswagen, zusätzliche Sanitäter, zusätzliche Notärzte und Verbesserungen in der Leitstelle. Dafür nimmt der Landkreis rund eine Million Euro in die Hand“, sagte der Landrat.

Die Entscheidung für die Notarztwache war im Frühjahr gefallen. Der Bereichsausschuss für den Rettungsdienst im Kreis hatte grünes Licht für Investitionen gegeben, die über diese Wache weit hinausgehen. Dazu zählen 55 neue Vollzeitkräfte, mehr Personal in der Leitstelle und weitere Fahrzeuge. Im Juli begannen die Arbeiten an der Murrhardter Notarztwache. Der ehemalige Winterdienststützpunkt des Rems-Murr-Kreise wurde für 80 000 Euro umgebaut.

Seit Freitag herrscht Schichtbetrieb

Vor allem die Elektronik und Technik im Dienstraum der Wache zu installieren, sei „zeit- und arbeitsintensiv“ gewesen. Dort ist ein Koch- und Essbereich für die Mitarbeiter untergebracht, die im zwölf beziehungsweise 24- oder 48-Stunden-Schichtbetrieb arbeiten. Schlaf- und Sanitärräume wurden eingebaut. Zur Infrastruktur zählen neue, automatische Toranlagen sowie Schränke und Tresore für Medizin, Betäubungsmittel sowie mobile Geräte wie EKG und Defibrillator sowie Notfall- und Transportbeatmungsgeräte.

Seit Freitagmorgen herrscht in Murrhardt Schichtbetrieb rund um die Uhr. Ein Notarzt und mindestens ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes sind vor Ort. Das DRK betreibt neben der Notarztwache auch die Rettungswache Murrhardt.

In Welzheim entsteht die nächste Notarztwache

„Ich freue mich sehr, dass es in so kurzer Zeit gelungen ist, eine gute Lösung zu finden und umzusetzen. In Murrhardt und Umgebung wird es nun eine schnellere Notfallversorgung geben“, sagte Eberhard Kraut. Damit sei der Ausbau des Rettungsdienstes im Kreis jedoch noch nicht beendet. Mit Hochdruck werde nun an einem weiteren Notarztstandort in Welzheim gearbeitet, sagte Sven Knödler. Die neue Wache soll im Frühjahr 2020 in Betrieb gehen. Bis dahin werde der Bereich von der bestehenden Notarztwache in Althütte abgedeckt. Diese wird aufgelöst, sobald Welzheim die Arbeit aufnimmt.

Die lokalen Ebenen und die Verantwortlichen leisteten sehr viel, sagte Eberhard Kraut weiter. Berlin wüsste „nicht alles besser“. Die regionalen Verantwortlichen hätten den besten Blick auf das Geschehen vor Ort.

Sven Knödler betonte bei der Gelegenheit, über den professionellen Rettungsdienst hinaus sei in der Rettungskette das Knowhow jedes einzelnen gefragt. Er wolle jeden animieren, sich Kenntnisse in Erste Hilfe und Wiederbelebungsmaßnahmen anzueignen oder aufzufrischen.

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