Mieter im Nordbahnhofviertel protestieren bereits im Mai gegen die Geschäftspraktiken von Vonovia. Foto: Lichtgut-Oliver Willikonsky

Der Protest gegen den Immobilienriesen Vonovia weitet sich aus. In Stuttgart plant eine Mieterinitiative eine große Protestaktion. Auch die Politik soll den Ärger zu spüren bekommen.

Stuttgart - Die Proteste gegen den Immobilienriesen Vonovia gehen weiter. Das größte Immobilienunternehmen Deutschlands steht bundesweit im Blickpunkt, weil es günstige Wohnungen aufkauft, saniert und danach durch Mieterhöhungen zu teuren macht. In Stuttgart plant eine Mieterinitiative nun am Donnerstag, 22. November, eine Protestaktion. Stattfinden soll sie um 15.30 Uhr vor dem Regionalbüro in der Katharinenstraße 22. Geplant ist, danach zum Marktplatz weiterzuziehen. Dort tagt im Rathaus zeitgleich der Gemeinderat. „Wir werden fordern, dass sich Oberbürgermeister Fritz Kuhn und die Stadträte gegen die Geschäftspolitik der Vonovia aussprechen“, sagt Ursel Beck von der Mieterinitiative.

Zulauf bekommt die Initiative mittlerweile nicht mehr nur aus Stuttgart. Dort saniert Vonovia in diesem Jahr 279 ihrer gut 4600 Wohnungen. Viel Ärger gibt es inzwischen aber auch in Korntal-Münchingen und anderen Nachbargemeinden. Auch dort drohen massive Mieterhöhungen, Sanierungen gehen zum Teile seit Monaten nicht voran.

Baurechtsamt schreitet ein

In Stuttgart gibt es erneut Ärger im Nordbahnhofviertel. Im Hochhaus Friedhofstraße 11 laufen die Arbeiten seit Monaten. Dort werden auch die Balkone saniert, die Bewohner der 80 Wohnungen müssen ihr Hab und Gut wegräumen. „Uns ist Hilfe versprochen worden und ein Lagerraum im Keller“, berichtet eine Bewohnerin. Stattdessen sei nichts passiert. Viele Möbel und Material seien auf den Fluren abgestellt worden. „Alles ist verdreckt, niemand nimmt Rücksicht auf unser Eigentum“, sagt sie. Auch Fluchtwege seien verstellt. Man habe sich deshalb ans Baurechtsamt gewandt. Das hat Vonovia aufgefordert, die Rettungswege freizuhalten.

„Wir haben der Brandschutzthematik Rechnung getragen“, sagt ein Vonovia-Sprecher in der Bochumer Zentrale. Die wenigen Möbel, die auf den Fluren seien, kämen in den Keller. Man habe Hilfe angeboten und auch geleistet, deshalb wundere man sich über die Vorwürfe. „Mit der Stadt stehen wir im Austausch“, so der Sprecher. Man sehe „keine Probleme“.

Sehen Sie im Video die wichtigsten Fakten zur Wohnungsnot in Stuttgart:

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