Können diese Damen singen – oder bluffen sie nur gekonnt? Das 2015 gestartete südkoreanische Original von „I can see your Voice“wurde sofort ein TV-Hit. Foto: CJ ENM/Screenshot

Schräges Konzept aus Südkorea: RTL startet eine kuriose Musikshow, bei der die Sänger nicht zu hören sind.

Stuttgart - Singende Stars, versteckt unter bizarren Kostümen: Mit der populären Show „The masked Singer“ hat Pro 7 einen Hit gelandet – und jetzt zieht der Konkurrent RTL nach. „I can see your Voice“ ist ebenfalls eine schräge Musikshow, deren Original wie die in vielen Ländern erfolgreich kopierte Vorlage zu „The masked Singer“ aus Südkorea stammt.

Am 18. und 19. August testet der deutsche Privatsender in zunächst zwei Ausgaben, ob das musikalische Comedyquiz auch hierzulande das Zeug zum Quotenerfolg hat. Das kuriose Konzept: Die Kandidaten tun in mehreren Spielrunden so, als könnten sie singen, sind dabei aber nicht zu hören. Die Juroren müssen allein anhand der Performance erraten, wer wirklich ein Künstler ist und wer nur mehr oder weniger gut blufft.

Die Kandidaten und das Playback

Im Vorfeld hatte RTL in einer Ausschreibung nach zwei Sorten von Teilnehmern gesucht: einerseits echte Musiker, andererseits Leute ohne jedes Gesangstalent, die aber das Zeug zum Hochstapler haben. Mit schauspielerischem Talent sollen sie auf der Bühne den Könner mimen und dabei alle hinters Licht führen. Vier Spielrunden gibt es, und eine der Aufgaben besteht darin, einen als Playback eingespielten Song tonlos und lippensynchron zu begleiten. In jeder Runde fliegt ein Kandidat aus dem Rennen, den die Experten im Studio für einen Schwindler halten. Er darf (oder muss) dann in echt singen und zeigen, was er kann.

Daniel Hartwich, der bei RTL unter anderem „Let’s dance“ präsentiert, moderiert „ICSYV“. Im Endeffekt soll die Show nicht nur lustig sein, sondern auch zeigen, dass eine starke Performance von ganz unterschiedlichen Ausdrucksmitteln lebt, nicht allein von einer guten Stimme. Im Studio soll ein Expertenpanel, dem Evelyn Burdecki, Jorge Gonzalez, Thomas Hermanns, Tim Mälzer und Judith Rakers angehören, seine Meinung abgeben. Die eigentlichen Juroren sind aber jeweils ein prominenter Musiker (in den ersten Folgen Sasha und Vanessa Mai) zusammen mit einem „Superfan“, der am Ende 10 000 Euro gewinnen kann.

Stefan Raab macht Konkurrenz

Kurioses Detail am Rande: Stefan Raab hat sich für Pro 7 eine ganz ähnliche Show ausgedacht, die auf derselben Musikcomedy-Welle surft. In „Famemaker“, das demnächst aufgezeichnet wird, singen die Kandidaten unter einer schalldichten Kuppel. Ein Promiteam um Carolin Kebekus muss allein anhand der Performance erraten, wer’s kann und wer nicht. Tom Neuwirth alias Conchita Wurst moderiert.

Die RTL-Show „I can see your Voice“ basiert auf einer bereits 2015 in Südkorea gestarteten TV-Sendung, die inzwischen von Sendern in 13 weiteren Ländern adaptiert wurde, darunter die USA, Großbritannien, die Niederlande und China. Überhaupt ist Unterhaltung aus dem asiatischen Land enorm gefragt, vom Boom südkoreanischer Serien bei Netflix über koreanische Popmusik („K-Pop“) bis hin zu Kinofilmen wie dem Oscar-Abräumer „Parasite“. Im Herbst startet dann die dritte Staffel von „The masked Singer“ – die Rechte hatte Pro 7 dem Konkurrenten RTL nach einem harten Bieterwettstreit vor der Nase weggeschnappt.

Ausstrahlung: RTL, Dienstag, 18. August 2020, 20.15 Uhr

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