Leonie Treml (rechts) im Gespräch mit der amtierenden Waldfee Mariel Knödler Foto: Gottfried Stoppel

Die 23-jährige Murrhardterin ist die neue Markenbotschafterin für den Schwäbischen Wald. Sie wird am 1. Mai beim Kinder-Naturerlebnisfests in Oberrot ins Amt eingesetzt. Die junge Dame studiert in Esslingen Soziale Arbeit.

Alfdorf - Nach der Vorstellungsrunde inklusive Interviews geht alles recht flott: Die Bürgermeister, der Landrat Richard Sigel und die ehemaligen Schwäbischen Waldfeen waren sich offenbar sicher, welche der sieben Kandidatinnen die neue Markenbotschafterin für den Schwäbischen Wald werden soll. Die Damen und Herrn küren Leonie Treml aus Murrhardt gleich in der ersten Wahlrunde. Die 23-jährige Studentin wird am 1. Mai während des Kinder-Naturerlebnisfests ins Amt eingesetzt.

Die junge Dame hat sich gegen sechs Konkurrentinnen durchgesetzt. Zunächst hatten insgesamt acht Frauen, die alle in einer Kommune im Schwäbischen Wald leben, ihre Bewerbung abgegeben, eine Aspirantin hatte dann aber kurzfristig abgesagt.

Die Mitglieder der Fremdengemeinschaft Schwäbischer Wald

Die neue Schwäbische Waldfee sagt unmittelbar nach der Verkündung des Ergebnisses, sie sei ganz überwältigt. Dann erzählt sie auf Nachfrage, dass sie von niemandem zur Kandidatur habe überredet werden müssen. Ihr jüngerer Bruder habe sie zur Vorbereitung mit Fragen zum Schwäbischen Wald gelöchert, er habe zum Beispiel wissen wollen: Welche Städte und Gemeinden sind Mitglied bei der Fremdengemeinschaft Schwäbischer Wald.

Ihr Vater, der während der Wahl im Publikum saß, sagt: „Wenn Leoni was anpackt, dass schafft sie es oft.“ Und ihr Freund Christian Staita sagt, klar sei er stolz, die Leonie sei „authentisch, immer fröhlich, immer gerade raus“, und sie habe Überzeugungskraft. Die hat sie ganz offenkundig. Mit Witz, Charme und mit Wissen hatte sie kurz vorher die Jury überzeugt. Die gebürtige Backnangerin, die in Esslingen Soziale Arbeit studiert, erklärte im Interview mit der amtierenden Fee Mariel Knödler, dass sie im Schwäbischen Wald groß geworden sei.

Tipp der Fee: Fuxi-Naturerlebnis-Pfad in Mainhardt

Familien mit Kindern würde sie empfehlen, zu den Wasserfällen in der Hörschbachschlucht zu wandern, den Fuxi-Naturerlebnis-Pfad in Mainhardt zu besuchen oder auf dem Ebnisee Tretboot zu fahren. Kürzlich habe sie zusammen mit Freuden einen „Roadtrip“ im Schwäbischen Wald veranstaltet, sie seien zu dem See bei Oppenweiler gefahren, hätten die Hägelesklinge bei Kaisersbach besucht. Dann seien noch die Mammutbäume bei Auenwald auf dem Programm gestanden, diese hätten sie und ihre Freude aber leider nicht finden können, gibt Leonie Treml offen zu.

Wie würde sie einem fremden Besucher erklären, was den Schwäbischen Wald ausmache, will Mariel Knödler noch wissen. Leonie Treml sagt, der Naturpark sei „eine grüne Insel“, man könne super gut essen gehen, an Seen chillen oder einfach drauflos wandern. „Alles zusammen ist einen große Schatzkiste.“

Wo stehen die Mammutbäume in Auenwald?

Leonie Treml studiert in Esslingen Soziale Arbeit. Sie ist in Backnang geboren und hat am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium in Backnang ihr Abitur gemacht. Nach der Schule war sie ein halbes Jahr lang in Australien unterwegs, bevorzugt im Outback. Doch in der Heimat gefällt es ihr offenkundig mindestens so gut wie Down Under. Ihre beste Freundin Melissa Klenk sagt nach der Wahl, die Leonie könne andere Menschen begeistern. Und man kann mit ihr ganz offenkundig auch über einen langen Zeitraum hinweg super gut auskommen. Melissa und Leonie waren sechs Monate lang gemeinsam in Australien unterwegs. Als Kind hat sich die kleine Leonie am Fasching übrigens nicht als Fee verkleidet, sondern lieber als Indianerin.

Der Bürgermeister von Großerlach, Christoph Jäger, sagt, die jungen Damen, die seit 2013 zur Fee gewählt worden seien, hätten den Schwäbischen Wald ganz toll repräsentiert. „Das freut den Waldfee-Papa.“ Jäger hatte einst die Idee, eine Markenbotschafterin zu wählen. Die Geschäftsführerin der Fremdenverkehrsgemeinschaft, Barbara Schunter, sagt, Leonie sei „lebendig und spritzig“, sie habe Energie. Zu vorgerückter Stunde bietet der Auenwalder Schultes Karl Ostfalk der künftigen Fee noch an, ihr demnächst zu zeigen, wo in seiner Gemeinde die Mammutbäume stehen.

Stuttgarter CMT und Mühlentag

Schwäbischer Wald
Das Naherholungsgebiet gilt als die grüne Lunge der Landeshauptstadt und liegt nordöstlich von Stuttgart – nicht zu verwechseln mit der Schwäbischen Alb oder mit dem Schwarzwald.

Botschafterin
Die Waldfee wird seit 2013 von der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald gekürt, sie ist die Markenbotschafterin und tritt während ihrer einjährigen Amtszeit bei rund 50 Veranstaltungen auf, zum Beispiel auf der Stuttgarter Reisemesse CMT und beim Mühlentag. Sie bekommt einen Cabrio-Dienstwagen gestellt, Geld für Friseurbesuche und vom Schorndorfer Modelabel Riani ein Feenkleid auf den Leib geschneidert.

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