Die Giebelhäuser (re.) in der Eberhardstraße und der Überbau der Steinstraße beim Kaufhof sollen weichen. Die Form des Neubaus ist allerdings umstritten. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Der Streit darum, wer über die Gestalt eines Neubaus in der Stadt bestimmt, geht in die nächste Runde. Nun haben die Architekten deutliche Kritik an der Entscheidung des Gemeinderats geäußert.

Stuttgart. - Der Streit um die vor allem von der CDU-Fraktion angemahnte Entscheidungshoheit des Gemeinderates über ein Neubauvorhaben der Landesbank Immobilien GmbH (LBBW) zieht Kreise. Für den Neubau an der Stein- und Eberhardstraße beim Kaufhof hatte ein Architektenwettbewerb stattgefunden. Die Jury hatte ihr Votum mehrheitlich für ein Ensemble mit Flachdächern abgegeben, ein Teil der Kommunalpolitiker will die Empfehlung aber nicht akzeptieren, sie brachte den zweitplatzierten Entwurf mit Giebeldächern für die Eberhardstraße 18 bis 22 wieder ins Spiel. Er soll überarbeitet und nun zusammen mit dem Siegerentwurf präsentiert werden.

Jury soll verbindlich sein

Empfehlungen einer Jury müssten „im weiteren Verfahren beachtet werden“, schreiben die Kreisgruppe Stuttgart/Mittlerer Neckar des Bundes Deutscher Architekten (BDA) und die Architektenkammer in einem offenen Brief. Sonst würden sich hochrangige Büros von Wettbewerben abwenden. Dieses Planungsinstrument würde dadurch wirkungslos. Man betrachte die Entwicklung zu „einseitiger Entscheidungsfindung und das gleichzeitige Ignorieren einer Preisgerichtsempfehlung mit Sorge“, so Kammer und BDA-Kreisgruppe.

Verärgert hatte die Architekten auch, dass das Abstimmungsergebnis bekannt wurde. Stadträte und Vertreter der Verwaltung hatten sich im Preisgericht geschlossen für den dann zeitplatzierten Entwurf ausgesprochen. Sie waren aber in der Minderheit. Architektenbund und Kammer warnen, dass das bisherige Miteinander durch eine Diskussion um Entscheidungshoheiten verloren gehe. Dadurch könnte die Stadt „in Mittelmäßigkeit versinken“.

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