Eine Blume auf der Blühwiese im Welzheimer Stadtpark. Foto: Gottfried Stoppel

Was hilft im Kampf gegen das Artensterben? Die Naturparke in Baden-Württemberg setzen auf Blühflächen. Bei einem Arbeitstreffen der Verantwortlichen ging es aber auch um Genuss und das Miteinander mit Landwirten.

Vielfalt - Unterwegs zu Blütenparadiesen“, so lautet der Untertitel des neu erschienenen Magazins namens #Naturpark der Naturparke in Baden-Württemberg. Schließlich habe, so sagte Marion Damann, die Landrätin des Kreises Lörrach und Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald bei der Vorstellung des Magazins, der Weltdiversitätsrat in Paris erst kürzlich im Bericht zur Artenvielfalt festgestellt, dass weltweit bis zu einer Million Tier- und Pflanzenarten bedroht seien. Neben dem Magazin haben Vertreter der sieben Naturparke des Landes im Nord- und im Südschwarzwald, an der Oberen Donau, im Schönbuch, sowie in den Bereichen Neckartal-Odenwald, Stromberg-Heuchelberg und Schwäbisch-Fränkischer Wald bei ihrem Arbeitstreffen im Welzheimer Rathaus auch die verschiedenen Lösungsansätze in den Naturparken präsentiert.

450 Blühflächen in den sieben Naturparks im Land

Ein Leuchtturmprojekt seien eben jene im Magazintitel angesprochenen „Blühenden Naturparke“, betonte die Arbeitsgruppen-Sprecherin. In deren Rahmen seien seit dem vergangenen Jahr auf 450 verschiedenen Flächen im Land und auf insgesamt 26,5 Hektar regional abgestimmte Blühflächen als Futterstätten für bedrohte Insektenarten angelegt worden. Von besonderer Bedeutung sei in diesem Zusammenhang auch der Bildungsauftrag, der auf jenen Flächen in jedem Naturpark zusammen mit Kindergärten und Schulen wahrgenommen werde.

Bei der gemeinsam gestarteten Kampagne, so erläuterte Klaus Mack, der Bürgermeister von Bad Wildbad, seien – an die regionalen Standorte angepasst – mehrjährige Wildblumensamen eingesät worden. „Da geht einem richtig das Herz auf“, sagte er über die Begeisterung der Kinder bei den entsprechenden Aktionen fürs künftige Futter von Seiden- oder Früher Schlürfbiene. Insgesamt böten die Naturparke großes Handlungspotenzial für den Schutz der Umwelt, betonte Damann – speziell auch in Kooperation mit Landwirten: „Die große Akzeptanz der Naturparke in der Bevölkerung ermöglicht es, Projekte mit den Menschen vor Ort passgenau umzusetzen.“ So etwa in den inzwischen 43 Naturparkschulen, den Naturparkmärkten und der Genussscheuer oder aber beim Brunch auf dem Bauernhof. Aktionen, die beim Arbeitstreffen der Naturparke zusammen mit den Naturteller-Angeboten unter dem Motto „Landschaftserhaltung mit Messer und Gabel“ subsumiert wurden.

Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald feiert den 40. Geburtstag

Ganz besonders gefeiert wird in diesem Jahr mit einer Vielzahl an Aktionen im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, berichtete der Welzheimer Bürgermeister Thomas Bernlöhr den Naturschutz-Kollegen. „Unser Naturpark kommt ins Schwabenalter – wir sind erwachsen und wir sind viele geworden“, sagte er zum 40. Geburtstag des 1979 gegründeten zweitältesten Naturparks im Land. Meilensteine auf dem Weg in dieses Schwabenalter seien unter anderem die Einrichtung und Eröffnung des Naturparkzentrums in Murrhardt vor 15 Jahren und die Erweiterung des Naturparks vor fünf Jahren um die anderthalbfache Fläche gewesen. 35 ausgebildete und engagierte Naturparkführer sorgten mittlerweile für ein vielfältiges Aktions- und Tourenangebot im sechs Landkreise vereinenden Schwäbisch-Fränkischen Wald. Bernlöhr: „Wir freuen uns auf die nächsten 40 Jahre.“

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