Timo Werner sagt: „Wir müssen torgefährlicher werden.“ Foto: dpa

Timo Werner bestreitet in Russland seine erste Fußball-WM. Nach dem misslungenen Auftakt blickt der 22-Jährige mit der deutschen Mannschaft nach vorne auf das Spiel am Samstag gegen Schweden. Auch ein neues Spielsystem hält er dann für möglich – mit einem erfahrenen Kollegen aus Stuttgart an seiner Seite.

Sotschi - Auf die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist nach der 0:1-Auftaktniederlage bei der Weltmeisterschaft gegen Mexiko gewaltig etwas eingeprasselt. Im zweiten Gruppenspiel gegen Schweden steht der Titelverteidiger am Samstag (20 Uhr) gegen Schweden gewaltig unter Druck. Das weiß auch der Stürmer Timo Werner, der gebürtige Stuttgarter in Diensten von RB Leipzig.

Herr Werner, was muss sich am Samstag gegen Schweden ändern, um erfolgreich sein zu können?

Erstmal dürfen wir keine Konter und keine Gegentore bekommen. Das Zweite ist, dass wir selbst torgefährlicher werden müssen. Wenn wir in der Gesamtabstimmung harmonischer werden, wird das klappen.

Es wurde viel über die fehlende defensive Stabilität geredet, aber in der Offensive fehlte die Durchschlagskraft auch. Was können die Stürmer speziell ändern?

Tore schießen, etwas anderes wird von uns nicht verlangt. Wir sind dazu da, das Spiel nach vorne anzukurbeln. Gegen Mexiko hatten wir zwar ein paar Chancen, trotzdem war immer das Gefühl da, wir seien ungefährlich. Das gilt es abzustellen, auch wenn das das gegen die Schweden nicht einfach wird. Sie werden sehr tief und kompakt stehen. Aber uns hat es in den vergangenen Jahren ausgezeichnet, dass wir genau gegen solche Mannschaften gut Fußball gespielt haben.

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Wenn die Schweden so kompakt stehen, wäre es vielleicht eine Option, dass Sie gemeinsam mit Mario Gomez im Sturm auflaufen?

Das ist immer eine Option. Mario und ich verstehen uns gut, und wir können auch sehr gut zusammen vorne spielen. Aber wir sollten auch die Defensive nicht vernachlässigen. Das wird vielleicht im Laufe des Spiels eine Möglichkeit sein, Richtung 70., 80. Minute.

Die Führungsspieler standen nach der Auftaktniederlage in der Kritik. Wie haben Sie sie in den vergangenen Tagen wahrgenommen?

Wer diese Spieler kennt – sie haben schon so viel in ihrer Karriere gewonnen -, die wollen hier nicht schon in der Vorrunde ausscheiden. Das wäre auch für sie persönlich eine Niederlage. Junge Spieler wie ich müssen sich an den Führungspersönlichkeiten orientieren. Alle wissen, um was es geht und sind bereit – um es mal ganz krass zu sagen – am Wochenende um ihr Leben zu kämpfen.

Wie erzeugt man aus dem Team heraus eine Aufbruchstimmung?

Es ist WM, wir brauchen keine Aufbruchstimmung. Wir haben zwar das erste Spiel verloren, aber man darf nicht vergessen, dass Mexiko keine schlechte Mannschaft hat und eine große Fußball-Nation ist. Wir dürfen deshalb nicht alles über den Haufen werfen und uns einen Kopf machen. Es gilt, nach vorne zu schauen. Wenn wir gegen Schweden gewinnen, haben wir noch alle Chancen.

Wie haben Sie selbst Ihr erstes Spiel bei einer Weltmeisterschaft erlebt?

Die Stimmung war wirklich außergewöhnlich. Das hat Lust auf mehr gemacht, deshalb wäre es schade, wenn es schon nach drei Spielen zu Ende wäre. Aber davon gehen wir auch nicht aus.

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