Trotz Insolvenz der Betreiber geht bei Schorndorf der Busbetrieb weiter. Foto: / Stoppel

Das neue Vergabeverfahren wirkt sich laut Kreis positiv aus – die Pleite der Firma Knauss sei ein Sonderfall und habe mit den veränderten Vergabebedingungen nichts zu tun.

Schorndorf - Nein, daran, dass das Schorndorfer Busunternehmen Knauss-Reisen Anfang August Insolvenz anmelden musste, seien nicht die neuen Vergabekriterien und damit womöglich verbundene Zwänge zu unwirtschaftlich niedrigen Angeboten Schuld. Das hat der Verkehrsdezernent und Erste Landesbeamte Peter Zaar auf Nachfrage in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses betont. Dafür gebe es keinerlei Anzeichen – zumal das Angebot der Firma bei der Vergabe nicht auffallend unter dem Niveau anderer Kalkulationen gelegen sei, sondern nur „ganz knapp die Nase vorn hatte“. Außerdem, so Zaar, seien alle Angebote extern auf ihre wirtschaftliche Plausibilität geprüft worden.

9,2 Millionen Buskilometer pro Jahr

Insgesamt, so berichtete Zaar im Kreisgremium, habe das neue europaweit ausgeschriebene Bieterverfahren einige positive Ergebnisse gezeitigt. Unter anderem habe die die Zahl der im gesamten Fahrplanangebot des Buslinienverkehrs gefahrenen Kilometer von vordem acht auf nunmehr 9,2 Millionen Kilometer pro Jahr zugelegt. „Die wettbewerblichen Vergaben haben zu einer deutlichen Erhöhung der Verkehrsleistung im Rems-Murr-Kreis geführt“, so Zaar

Es sei außerdem gelungen, die erste Vergaberunde nach den neuen, wettbewerbsrechtlich verpflichtenden Bedingungen im Rahmen dieser rechtlichen Möglichkeiten mittelstandsfreundlich, ökologisch und sozial verträglich umzusetzen. Unter anderem sei dabei der Anteil der Verkehrsleistungen, die an mittelständische Unternehmen aus der Region vergeben wurden von zuvor 41 auf nunmehr 53 gestiegen.

Höhere Zahl an Betriebsfahrten

Gewisse Schatten habe es in der Anfangsphase des neuen Busbündelbetriebs aber auch gegeben, gestand der Verkehrsdezernent zu. Neue Fahrpläne und neues – vor Ort noch nicht ganz sattelfestes – Fahrpersonal hätten bei der ein oder anderen Buslinie durchaus zu gewissen Anlaufschwierigkeit geführt. Negativ fielen außerdem die vielen Betriebsfahrten zu den teils weiter entfernt liegenden Busdepots der Firmen ins Gewicht.

Im Fall der insolventen Firma Knauss hat der Kreis auf Anforderung des Insolvenzverwalters bis auf weiteres Sonderzahlungen „in Höhe der monatlichen Vollkosten“ zugesagt und teils bereits geleistet. So soll garantiert werde, dass der Betrieb auf den betroffenen Linien zwischen Schorndorf, Urbach, Plüderhausen, Winterbach und Berglen ohne Einschränkungen weitergeführt werden kann. Bis zum Jahresende sei der Busverkehr dort gesichert, so die Einschätzung der Kreisverwaltung. Bei Erfolgsaussichten wolle der Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb des Busunternehmens dauerhaft erhalten. Andernfalls werde der Kreis die betreffenden Busverkehrsleistungen „im Weg einer Notvergabe neu vergeben“.

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