Bonobo-Mama Liboso hält ihren jüngsten Zögling beschützend im Arm. Foto: Wilhelma Stuttgart/Inga Dauter

Die Stuttgarter Wilhelma hat ein neues Mitglied: Anfang Mai kam ein kleines Bonobo-Äffchen zur Welt. Besucher dürfen den Nachwuchs ab sofort bestaunen.

Stuttgart - Die ersten Tage hat das Neugeborene nur in Gesellschaft seiner Familie verbracht, jetzt dürfen auch Wilhelma-Besucher einen Blick auf den Jüngsten in der Bonobo-Gruppe werfen. Am 5. Mai hat Mama Liboso den Kleinen zur Welt gebracht – ihr bereits dritter Zögling. Die zwei älteren Geschwister Lubao und Kolela sind noch ein wenig eifersüchtig auf den neuen Bruder. „Obwohl sie schon sieben und vier Jahre alt sind, hängen die beiden noch ziemlich an ihrer Mutter“, erklärt Tierpflegerin Malisa Fassnacht, „Liboso kann sich aber eben nicht um drei Kinder gleichzeitig kümmern.“ Deshalb kuschelt sich die Familie oft ganz dicht zusammen, das Neugeborene in ihrer Mitte. Selbst Vater Kasai, eigentlich eher der Gruppenkasper, gesellt sich regelmäßig zu ihnen. „Seit er Vater ist, scheint er langsam erwachsen zu werden“, meint Fassnacht.

Bonobos sind stark gefährdete Tiere

An Spielkameraden wird es dem kleinen Affen nicht fehlen: Aus insgesamt 21 Tieren besteht die Bonobo-Großfamilie in der Wilhelma, davon neun Jungtiere – damit ist sie eine der größten und erfolgreichsten Zuchtgruppen weltweit. In ihrer Heimat im Kongo sind Bonobos stark gefährdet. Wilderei, Lebensraumverlust und Krankheiten verringern den Bestand immer mehr. Deshalb setzt sich der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart für den Schutz der Tiere ein. Wilhelma-Besucher können die Hilfsprojekte mit der Spende eines Artenschutz-Euros direkt beim Ticketkauf unterstützen.

Nach der zweimonatigen Schließung hat die Stuttgarter Wilhelma am 11. Mai wieder ihre Pforten geöffnet. Zwar ist das Menschenaffenhaus wegen Infektionsschutz-Maßnahmen noch geschlossen, Besucher können die Bonobo-Mutter mit ihrem Jungen aber bei gutem Wetter auf der Außenanlage beobachten.

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