Esstisch aus der Kollektion „Local Wood“ von Arco. Foto: Arco

In Zeiten von Klimawandel und Energiewende ist nachhaltiges Design das neue Normal in der Möbelbranche. Welche innovativen Wege Unternehmen wie Walter Knoll, Arco und Kvadrat etwa in puncto klimaneutraler Produktion gehen, erklärt Barbara Benz, Geschäftsführerin des Einrichtungsunternehmens architare.  

Stuttgart - Nachhaltigkeit ist heute fester Bestandteil bei der Entwicklung neuer Designkonzepte und längst aus der Öko-Ecke raus. Es ist selbstverständlich, dass sich Hersteller mit den ökologischen und sozialen Auswirkungen ihrer Produkte beschäftigen. „Gut so“, findet auch Barbara Benz, Geschäftsführerin des Einrichtungsunternehmens architare. Für sie und ihre Kunden spielt „Green Awareness“ beim Möbelkauf eine entscheidende Rolle. „Denn in Zeiten, in denen viele Dinge immer schneller an Wert verlieren, ist es wichtig, einen Mehrwert zu setzen.“

Arco: Das niederländische Unternehmen setzt auf nachhaltige Holzwirtschaft

„Auch die Möbelmarken, die wir bei architare führen, setzen sich verantwortungsvoll mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander,“ erklärt Barbara Benz und führt als erstes Beispiel das niederländische Familienunternehmen Arco an. Arco ist für seine grandiosen, zum Teil über drei Meter großen Ess- und Konferenztische bekannt, die als zeitlose Statement Pieces gelten. Für seine Kollektion Local Wood verwendet Arco ausschließlich Holz aus den Niederlanden und Westdeutschland. Eine entsprechende FSC- und PEFC-Zertifizierung ist dabei selbstverständlich.

Arco setzt aber auch, im Gegensatz zu sehr vielen anderen Möbelherstellern, auf eine möglichst kurze Herstellungskette. „Deswegen suchen wir uns Partner in der Nähe,“ erklärt Arco-Chef Jorre van Ast, der das Familienunternehmen in vierter Generation führt. „So sind die Transportwege kürzer und wir leisten einen Beitrag zur Reduzierung von CO₂-Emissionen. Bei einem Unternehmen hat der Transport eine große Auswirkung auf die Umwelt. Ein Tisch, dessen Holz aus den Niederlanden oder Deutschland stammt und der auch dort hergestellt wird, muss natürlich einen anderen Preis haben als Möbel, die in Asien produziert werden“, erklärt Barbara Benz. Aber vielen ihrer Kunden sei die Herkunft der Möbel, mit denen sie sich dann nicht selten Jahrzehnte umgeben, eben auch sehr wichtig.

Der Eco Passport gibt Auskunft über die Herkunft der Materialien

Um die nachhaltige Herstellung der Möbel für die Kunden transparent zu gestalten, hat Arco einen Eco Passport eingeführt. Dieser gibt Auskunft über die Herkunft aller Materialien sowie über die materielle Zusammensetzung bei jedem Möbelstück. Die nächste Etappe: Im Jahr 2023 sollen 40 Prozent der Arco-Kollektion durch Wiederverwertung, Aufarbeitung und Reparatur zirkulär produziert werden. Das bedeutet: Arco denkt, wie viele Unternehmen aus der Designbranche heute, Nachhaltigkeit zu Ende.

Kvadrat: Wie aus Textilmüll neue und hoch qualitative Stoffe entstehen

Auch die dänische Textilfirma Kvadrat beschäftigt sich seit 2017 intensiv mit dem Ziel einer Kreislaufwirtschaft. Kvadrat fertigt seine innovativen und qualitativ sehr hochwertigen Stoffe schon heute zum Teil aus Textilabfällen wie zum Beispiel aus recycelter Wolle und Baumwolle oder auch aus PET-Flaschen. „Die sogenannte Circular Economy verlangt demnach eine völlig andere Denkweise,“ erklärt Barbara Benz, „denn das Weggeworfene wird nicht als Abfall, sondern als hochwertige Ressource betrachtet.“ Nachhaltiges Design ist in diesem Fall viel mehr als nur das Kreieren eines einzelnen Produkts, es ist ein allumfassender Prozess, der das gesamte System berücksichtigt. Und dabei entstehen wie im Fall von Kvadrat auch noch unvorstellbar schöne Stoffe.

Walter Knoll: Nachhaltigkeit und Wertigkeit als Markenversprechen

„Nachhaltigkeit sollte heute natürlich auch eine klimaneutrale Produktion miteinschließen,“ meint Barbara Benz. „Unser Partnerunternehmen Walter Knoll arbeitet im Firmensitz in Herrenberg bei Stuttgart seit 2016 zertifiziert klimaneutral. Zudem verwendet Walter Knoll nur die besten Materialien. Die eingesetzten Stoffe, Leder und Hölzer sind langlebig und umweltverträglich. Ihr Einsatz ist auf das Notwendige reduziert.“

Der Bauhaus-Grundsatz: eine der nachhaltigsten Designschulen überhaupt

Für Walter Knoll sind diese Überlegungen jedoch keine Innovation. Das Familienunternehmen versteht sich als Möbelmarke der Moderne. Minimalismus und der sparsame Umgang mit Ressourcen liegt in seiner DNA. Walter Knoll folgt dem Bauhaus-Grundsatz „less is more“ und damit einer der nachhaltigsten Designschulen überhaupt. Kooperationspartner aus der umliegenden Umgebung, die für kurze Wege sorgen, runden das Nachhaltigkeitskonzept ab.

Das Prinzip der Langlebigkeit gilt natürlich nicht nur für die Materialien, sondern auch für die Ästhetik. „In der Kollektion von Walter Knoll findet man viele Designikonen, an denen man sich nicht sattsehen kann,“ erläutert Barbara Benz. Zum Beispiel der FK Chair. Entworfen in den 1960er Jahren, hat der Sessel bis heute nichts von seiner Eleganz eingebüßt. In manchen Familien werde der Designklassiker, so die architare Geschäftsführerin, heute von einer Generation an die nächste weitergeben.

Wert ist, was währt

Nachhaltige Möbel sollten demnach nicht nur aus den besten Materialien robust konstruiert werden. Ihr Design zeichnet sich auch durch eine visuelle Dauer aus, damit es die Menschen – ähnlich wie ein eindrucksvolles Kunstwerk – auch noch in vielen Jahren begeistert. Denn was lange hält und gefällt, schafft wenig Müll und führt so automatisch zu einem sparsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Wert ist, was währt – Walter Knoll und viele weitere der von architare geführten Premiummarken erfüllen dieses Markenversprechen zu 100 Prozent. Barbara Benz und ihr Team informieren Sie gerne hierzu.

Nachhaltige, visionäre Möbel und Stoffe sind in der Bildergalerie zu entdecken.