Isabell Zimmermann steht vor ihrem Café in Gerlingen: dem „Courage“. Foto: Isabell Zimmermann

Vor seinem TV-Publikum erwähnt der Musiker Rea Garvey bei „The Voice of Germany“ die Stadt Gerlingen und im selben Atemzug das Café „Courage“. Woher kommt diese Verbindung und was hat warmer Wurstsalat damit zu tun?

Gerlingen - „Kennst du Gerlingen? Gerlingen kennst du bestimmt. Kennst du da, wie heißt es nochmal, diese Kneipe da?“, fragt der irische Sänger Rea Garvey die 22-jährige Rebecca Selje aus Stuttgart. Es sind die Blind Auditions vor einigen Tagen bei der ProSieben-Sendung „The Voice of Germany“; Selje hatte ihn mit ihrer Stimme überzeugt und sich gerade vorgestellt. Garvey wird von einem lang gezogenen „wow“, von Seiten Mark Forsters unterbrochen, gleich darauf folgt Rapper Sido: „Oh Gott, er macht es, er tut es.“

Der 46-jährige Sänger erinnert sich mitten im Live-Programm an seine Vergangenheit zurück. Kurz darauf ist ihm der Name, nach dem er gesucht hatte, eingefallen: „Der Courage“, sagt Garvey – spricht das Wort allerdings um einiges englischer aus, sodass es gerade noch so verständlich ist. „Der Courage“?

Garvey trat einige Male im Café auf

„Am dritten Oktober 1998 ist er das erste Mal bei uns aufgetreten“, erinnert sich Isabell Zimmermann, Chefin und Mitbegründerin des Café „Courage“ in Gerlingen. „Er war damals ja noch komplett unbekannt.“ Mit „er“ ist tatsächlich der weltweit bekannte Musiker Rea Garvey gemeint. “Sein damaliger Manager war oft bei uns zu Gast und hat ihn mir empfohlen“, erzählt Zimmermann.

Garvey sei einige Male im Café aufgetreten. Gewohnt habe der Künstler damals bei Bekannten – und teilweise in seiner Heimat, Irland. „Er war also nicht ständig da“, sagt die 51-Jährige. Wenn Garvey allerdings das „Courage“ besuchte, habe er sehr gerne Wurstsalat gegessen. „Er hat Wert darauf gelegt, dass er warm ist. Daran erinnere ich mich noch sehr gut“, berichtet Zimmermann schmunzelnd.

„Haben ihn sehr positiv in Erinnerung“

Genau wie heute sei Garvey auch damals ein „super bodenständiger und einfach toller Typ“ gewesen. Bei seinen Auftritten habe er nicht einmal Geld verlangt. „Er wollte nur Essen und ein paar Bier. Danach ist er noch mit dem Hut herumgegangen“, erzählt Zimmermann. Gespielt habe Garvey abendfüllend und mit Pausen. „Er kam sehr gut an. Viele haben damals schon erwähnt: Du wirst mal Erfolg haben.“

Zimmermann und ihre Stammgäste erinnern sich gerne an die Zeit mit dem Künstler zurück. „Wir haben ihn sehr positiv in Erinnerung“, sagt die 51-Jährige. Der Musikstil seiner Songs habe sich im Vergleich zu früher aber geändert. Damals sei sein Stil mehr in Richtung rockiger, irischer Musik gegangen. Auch einige Coverlieder habe Garvey gesungen.

Erst Sprachlosigkeit, dann Freude

Seine heutige Musik hört Zimmermann jedoch noch immer gerne. Deshalb weiß die 51-Jährige unter anderem aus eigener Erfahrung, dass Garvey bei seinen Konzerten in Stuttgart oft von Gerlingen und seiner Vergangenheit im Café „Courage“ erzählt. Das „Courage“ gibt es mittlerweile seit etwa 30 Jahren. „Es hat sich etabliert in Gerlingen. Alt und jung kommen zu uns“, sagt die Chefin. Seit mehr als zehn Jahren habe sich das „Courage“ außerdem als VfB-Fanclub gemausert – Garvey war zu dieser Zeit aber bereits nicht mehr in Gerlingen.

Die „The Voice of Germany“-Sendung, in der Rea Garvey das „Courage“ erwähnte, hat Zimmermann nicht live gesehen. „Als ich das mitbekommen habe, war ich erstmal sprachlos“, erzählt sie. Ihr Handy sei unvermittelt mit lauter neuen Mitteilungen losgegangen, in denen ihr von dem Auftritt berichtet wurde. Ob sie noch Kontakt zu Rea Garvey hat? Nein, sagt Zimmermann, fügt aber hinzu: „Ich dachte, ich schreibe ihn mal an. Auch als Dankeschön für die vielen Erwähnungen.“

Sehen Sie im Video, wie Rea Garvey den Namen des Cafés ausspricht:

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