Wegen des Verdachts auf Pflichtverletzungen bei den Ermittlungen wird Polizei Osnabrück tätig.

Osnabrück - Im Emder Mordfall hat die Polizeidirektion Osnabrück gegen mehrere Beamte der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Dabei geht es den Angaben zufolge um den Verdacht von Pflichtverletzungen bei den Ermittlungen gegen den Tatverdächtigen. Polizeipräsidentin Heike Fischer sagte am Mittwoch: „Aus Sicht der Polizeidirektion Osnabrück gibt es deutliche Hinweise auf eine Pflichtverletzung.“ Noch seien die Untersuchungen allerdings nicht abgeschlossen.

Der 18 Jahre alte Verdächtige hatte sich wegen pädophiler Neigungen im November 2011 selbst angezeigt. Daraufhin wurde eine Hausdurchsuchung angeordnet, die aber nicht zustande kam. Der Mann hat die Tötung der elfjährigen Lena in Emden in Niedersachsen zugegeben.

Bürger entschudligen sich bei zu Unrecht verdächtigtem 17-Jährigen

Unterdessen haben sich etwa 200 Menschen am Mittwochabend vor dem Emder Bahnhof öffentlich bei dem im Mordfall Lena zu unrecht beschuldigten 17-Jährigen und seiner Familie entschuldigt. „Wir wünschten, wir könnten es rückgängig machen. Es tut uns leid. Es ist unser großer Wunsch, dass ihr uns verzeiht“, sagte Maike Hoogestraat, eine der Veranstalterinnen der Aktion.

Gegen den 17-Jährigen waren Lynchaufrufe im Internet veröffentlicht worden. Vom Bahnhof zogen die Teilnehmer zu der provisorischen Gedenkstätte am Parkhaus weiter, um dort Blumen niederzulegen und eine Gedenkminute abzuhalten. Dort war die elfjährige Lena am 24. März in einem Parkhaus in Emden tot aufgefunden worden.

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