Die Ermittlungen der Polizei laufen nach dem Missbrauchsfall im Rems-Murr-Kreis weiter. Foto: Phillip Weingand

Ein 29-Jähriger hat heimlich Kinder in Sportumkleiden gefilmt. Der Bürgermeister Jürgen Kiesl erzählt, wie das Gespräch mit den betroffenen Eltern abgelaufen ist.

Leutenbach - Nach dem Bekanntwerden von sexuellem Kindesmissbrauch durch einen 29-Jährigen hat der Leutenbacher Bürgermeister Jürgen Kiesl ein positives Fazit des Gesprächs mit potenziell betroffenen Eltern gezogen. „Da der Täter gefasst ist, war die Stimmung sicher eine andere als wenn er noch frei herumlaufen würde“, sagte Kiesl. Natürlich seien die Eltern bestürzt gewesen – „die Atmosphäre war aber insgesamt sachlich.“

„Es bereitet Sorge, dass der Mann Wiederholungstäter ist“, sagte Kiesl. „Für mich ist es unbefriedigend, dass da jemand 2018 verurteilt wurde und schon nach kürzester Zeit wieder sein Unwesen treiben kann.“ Der Rathauschef lobte die Polizei dennoch: „Sie ist sehr offen und transparent mit dem Fall umgegangen.“

Die Kamera war in einer Sporttasche versteckt

Am Rande von Sportveranstaltungen eines Leutenbacher Vereins hatte der mutmaßliche Täter in den Umkleiden zweier Sporthallen eine Kamera in einer abgestellten Sporttasche platziert und zehn- bis 14 Jahre alte Mädchen in Unterwäsche gefilmt. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft, die Ermittlungen zu weiteren Tatorten und Opfern laufen.

Am Donnerstag hatten sich Vertreter von Polizei, Missbrauchsberatung und dem Rathaus mit 20 bis 30 Eltern getroffen. Letztere bekamen Tipps, wie sie mit dem Fall umgehen sollten. „Wichtig ist, dass die Kinder nicht nachträglich traumatisiert werden“, erklärt Kiesl. Denn die Opfer selbst hätten von den Vorfällen nach bisherigem Kenntnisstand nichts mitbekommen. „Der Täter hat die Aufnahmen auch nicht weiterverbreitet“, so Kiesl. Den Eltern sei empfohlen worden, ihre Kinder so vorsichtig wie möglich zu fragen, ob sie etwas bemerkt hätten.

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