Hilfe für die Erdbebenopfer im Himalaya: Zahlreiche deutsche Organisationen haben Unterstützung auf den Weg gebracht - auch aus dem Südwesten. Auch ein Bergsteiger aus Baden-Württemberg war zum Zeitpunkt des Unglücks auf dem Mount Everest.

Freiburg - Das Erdbeben in Nepal hat auch Auswirkungen in Baden-Württemberg: Caritas international mit Sitz in Freiburg und das Technische Hilfswerk (THW) schicken aus dem Südwesten je zwei Helfer. Ein Bergsteiger aus dem Land hat das Erdbeben überlebt. Ob er die Expedition auf dem Mount Everest fortsetzt, war am Montag unklar.

Ein Helfer von Caritas international flog am Montag nach Nepal, ein anderer soll am Dienstag folgen, wie die Hilfsorganisation mitteilte. „Ein Kollege aus Bangkok ist bereits vor Ort, die anderen beiden sollen Kontakt mit Deutschland halten und die Arbeit vor Ort koordinieren“, sagte Länderreferent Peter Seidel in Freiburg der Deutschen Presse-Agentur.

Vor allem der Bedarf an medizinischer Versorgung und Notunterkünften ist den Angaben zufolge momentan groß. „Es bringt aber nichts, einfach das Flugzeug mit irgendwelchen Hilfsgütern - etwa Zelten - zu beladen. Wichtig ist jetzt herauszufinden, was genau gebraucht wird und ob überhaupt Platz für ein Zelt ist“, sagte Seidel. Das sei auch Aufgabe der beiden Experten aus Deutschland.

Caritas International plant in den kommenden Tagen ein Flugzeug, unter anderem mit Medikamenten, nach Nepal zu schicken. Vor Ort unterstützen Katastrophenhelfer aus Indien und Australien bereits den Hilfseinsatz. „Es muss schnell gehen, die Menschen brauchen eine Unterkunft, es regnet bereits, und ab Mai beginnt der Monsun“, erklärte Seidel. Trotzdem werde es ein langer Einsatz: „Bis die Region wieder aufgebaut ist, werden Jahre vergehen.“

Auch zwei Helfer des Technischen Hilfswerkes aus Konstanz und Widdern bei Heilbronn fliegen in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu. „Sie werden bei der Wasseraufbereitung helfen“, sagte eine Sprecherin. Insgesamt sind den Angaben zufolge 15 Mitarbeiter des THW aus ganz Deutschland vor Ort.

Für einen Bergsteiger, Ralf Dujmovits aus der badischen Kleinstadt Bühl, ist die weitere Expedition auf dem Mount Everest noch ungewiss, wie sein Büro mitteilte. Dem 53-Jährigen gehe es gut, sagte am Montag eine Sprecherin. Sie habe am Samstag und Sonntag zweimal Kontakt mit ihm gehabt. Die Kommunikation über Satellitentelefon sei aber schwierig.

Der Bergsteiger war am 5. April zum Mount Everest aufgebrochen, dem mit 8848 Metern höchsten Berg der Welt. Dujmovits, der bereits alle 14 Gipfel über 8000 Meter Höhe bestiegen hat, wollte auch diesen Gipfel einmal ohne Sauerstoffflasche erreichen. Dabei wurde er am Samstag von dem Erdbeben überrascht, als sich seine Gruppe in einem Zwischenlager in 5700 Metern Höhe befand.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: