Die Polizei hat noch keine heiße Spur nach dem Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden, geht aber von vier Tätern aus. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Nur langsam dringt Licht ins Dunkel um den Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden. Die Arbeit am Tatort ist schwierig, weil die Täter Spuren verwischt haben. Gäste erhalten wieder Zugang zum Schloss, nicht aber zum historischen Teil der Schatzkammer.

Dresden - Zwei Tage nach dem spektakulären Einbruch in die Schatzkammer Grünes Gewölbe in Dresden fehlt von den Tätern noch immer eine konkrete Spur. Allerdings gab die Polizei am Mittwoch weitere Details bekannt. Demnach haben sich Hinweise verdichtet, dass vier Täter am Einbruch beteiligt waren, teilte die Polizeidirektion Dresden mit. Dies gehe aus der Auswertung von Videomaterial hervor.

„Die Tatortarbeit gestaltet sich sehr aufwendig. Dies auch aufgrund der Tatsache, dass die Einbrecher einen Pulverlöscher am Tatort entleerten, um Spuren zu verwischen“, hieß es im Polizeibericht. Bislang seien bei der Sonderkommission insgesamt 205 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Sie würden ausgewertet und nach Priorität abgearbeitet. Aktuell würden die Kriminalisten Aufnahmen verschiedenerer Überwachungskameras auswerten.

Das Grüne Gewölbe bleibt noch geschlossen

Einbrecher hatten am Montagmorgen aus einer Vitrine des historischen Grünen Gewölbes kostbare Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten gestohlen. Die Täter waren im Schutz der Dunkelheit über eines der vergitterten Fenster in das berühmte Museum eingedrungen. Auf einem Überwachungsvideo sind zwei Täter zu sehen, von denen einer mit einer Axt auf eine Vitrine im Juwelenzimmer der Schatzkammer einschlägt.

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Am Mittwoch hatte das Dresdner Residenzschloss erstmals nach dem Juwelendiebstahl wieder geöffnet. Der Andrang hielt sich in Grenzen: „Es sind weniger als normal nach dem regulären Schließtag“, sagte eine Mitarbeiterin an der Kasse im Kleinen Schlosshof. Das Grüne Gewölbe bleibt noch geschlossen. In der barocken Schatzkammer der sächsischen Kurfürsten und Könige sind noch Kriminaltechniker am Werk, um Spuren zu sichern.

Der Direktor des Grünen Gewölbes, Dirk Syndram, äußerte sich am Mittwoch in einem Interview mit der „Sächsischen Zeitung“ zu Details der Sicherheit im Schatzkammermuseum. „Unser Sicherheitssystem ist vor vier Jahren überprüft worden mit dem Ergebnis: alles bestens“, sagte er. „Das war fast wie „Mission Impossible“, was die da veranstaltet haben.“

Glas hielt Axthiebe nicht stand

Überrascht zeigte sich Syndram davon, wie schnell das Glas der Vitrine zerstört werden konnte. „Das, was uns der Lieferant des Sicherheitsglases versprochen hat, hat nicht gehalten.“ Man sei davon ausgegangen, dass man eine Viertelstunde mit einer Axt darauf einschlagen muss, bevor es beschädigt werden kann.

Uwe Reier, Geschäftsführer der Vitrinen- und Glasbau Reier GmbH im sächsischen Lauta, die auch Sicherheitsglas für ihre Vitrinen verwendet, relativierte die Aussagen. Das in Museen verwendete Glas entspreche in der Regel der Widerstandsklasse „Durchbruchhemmung“. Einem mehrfachen Angriff mit einer Axt könne dieses Glas nicht standhalten.

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