Kundgebung auf dem Marienplatz gegen homophobe Angriffe. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die Macher des CSD haben mit einer Kundgebung auf dem Marienplatz in Stuttgart auf die homophoben Angriffe reagiert, die es im Umfeld der Veranstaltung gegeben hatte.

Stuttgart - Laut der Polizeistatistik des Landes Baden-Württemberg ist die Zahl der Angriffe auf Homosexuelle in den letzten Jahren wieder leicht gestiegen. Auch bei der Parade am Christopher Street Day und der CSD-Hocketse am vergangenen Wochenende wurden Menschen attackiert. „Nicht wegen ihrer sexuellen Orientierung, sondern wegen der Menschenverachtung der Täter, die nicht begreifen, dass alle Menschen gleich sind und die gleichen Rechte haben“, betonte Holger Edmaier vom Projekt „100% Mensch“ bei der Kundgebung am Marienplatz. Die Veranstaltung am Freitag war eine Reaktion auf die Taten. Damit wolle man Solidarität mit den Opfern zeigen.

Solidarität mit der türkischen Gemeinde

Unter dem Motto „Stoppt den Hass! Gegen queerfeindliche Gewalt!“ sprachen unter anderem Detlef Raasch, Mitglied des Vorstands der Interessensgemeinschaft CSD Stuttgart, und deren Geschäftsführer Christoph Michl. Raasch selbst schilderte, wie er am vergangenen Samstag erst verbal und danach mit Faustschlägen angegriffen wurde. „Das war das erste Mal, dass ich wegen meines Schwulseins angegriffen wurde“, rief er aus: „Lasst es euch nicht gefallen! Erstattet Anzeige! Schämt euch nicht!“

Zudem solidarisierte man sich mit der türkischen Gemeinde Baden-Württemberg, die wegen ihrer Teilnahme am Christopher Street Day in Stuttgart immer wieder angefeindet wird. Ziel der Kundgebung war es, dass nicht nur unmittelbar Betroffene, sondern auch alle anderen Bürger zeigen sollten, dass für Homophobie, rechtsextreme Parteien und religiöse Fundamentalisten kein Platz in dieser Gesellschaft sei.

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