Margot Käßmann hat auf einer Pressekonferenz am Mittwoch ihren Rücktritt erklärt. Foto: dpa

Margot Käßmann zieht nach dem Alkoholskandal die Konsequenzen und legt ihre Ämter nieder.

Hannover - Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat ihren Rücktritt erklärt. Zugleich legt sie mit sofortiger Wirkung ihr Amt als hannoversche Landesbischöfin nieder.

Die 51-Jährige zieht damit die Konsequenz aus Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Alkohols am Steuer.

„Schweren Fehler zutiefst bereut"

Käßmann war am Samstagabend mit 1,54 Promille Alkohol im Blut am Steuer ihres Dienstwagens in Hannover angehalten worden. Käßmann erklärte am Mittwoch in Hannover, sie haben einen „schweren Fehler“ gemacht, den sie „zutiefst“ bereue. Amt und Autorität seien beschädigt. Respekt und Achtung vor ihrer eigenen Person hätten sie zum Rücktritt bewogen.

Die Spitzen der evangelischen Kirche hatten sich noch am Morgen hinter die Bischöfin gestellt. In einer Erklärung hatte der Rat der EKD als oberstes Leitungsgremium der 51-Jährigen „einmütig“ sein Vertrauen ausgesprochen.

Käßmann war im Oktober vergangenen Jahres als erste Frau an die Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt worden und repräsentierte in dem Amt 25 Millionen Protestanten.

Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte sie zum Jahreswechsel mit Kritik am militärischen Engagement Deutschlands in Afghanistan. 1999 war Käßmann als Bischöfin der hannoverschen Landeskirche eingeführt worden, mit knapp drei Millionen Mitgliedern die größte in Deutschland.

Die Theologin war zuvor Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags und hatte sich in den 80er Jahren im Ökumenischen Rat der Kirchen profiliert.

Die Bischöfin war 26 Jahre lang mit dem Pfarrer Eckhard Käßmann verheiratet, von dem sie sich im August 2007 scheiden ließ. Die beiden haben vier Töchter. Im Sommer 2006 erkrankte Margot Käßmann an Brustkrebs und nahm ihren Dienst zwei Monate nach ihrer Operation wieder auf.

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