Die südafrikanische Sängerin Thabilé sorgte für eine volle Stadtbücherei. Mehr Bilder finden Sie in unserer Bildergalerie. Klicken Sie sich durch. Foto: factum

Rock, Pop, Jazz, Blues und Soul: Bei der Musiknacht „Ditzingen unplugged“ ist für jeden Geschmack etwas dabei. Gut möglich, dass die beliebte Veranstaltung eine weitere Band gewonnen hat, die künftig häufiger auftritt.

Ditzingen - Von Starallüren, wie das Publikum lange warten zu lassen, sind die Musiker von Mr. Braun & The Peanuts weit entfernt. Die fünfköpfige Stammbesetzung betritt am Samstag pünktlich um 19 Uhr die Bühne, um die traditionelle Musiknacht „Ditzingen unplugged“ zu eröffnen. Obwohl die Musiker der Lehrerband der Jugendmusikschule (JMS) erst beim Aufbau am Nachmittag beschlossen, dass sie aufgrund des ständigen Regens lieber in der Stadthalle spielen statt, wie vorgesehen, davor auf dem Gyulaer Platz.

Eine Vorstellung davon, weshalb Künstler Starallüren bekommen können, erhalten die Ditzinger Musiker aber an diesem Abend: Es ist ihr erster Auftritt, den sie anlässlich des 1250-Jahr-Jubiläums von Ditzingen und Hirschlanden haben – und das Publikum ist begeistert von dem „bunten Programm“ aus Jazz, Pop und Rock: Die Leute wippen mit Kopf und Füßen, singen mit, jubeln, pfeifen, fordern Zugabe – und kurz bevor die Gruppe die Bühne verlässt, tanzen einige Besucher sogar.

Der Leiter der Jugendmusikschule gerät ins Schwärmen: „Das sind wahnsinnig gute Musiker, ich bin richtig stolz auf sie“, sagt Manfred Frank. Unbedingt wolle er Mr. Braun & The Peanuts wieder hören. „Man muss jetzt Gelegenheiten finden“, meint der Schulleiter und lacht.

Startschuss für mehr?

Philip Braun kann sich gut vorstellen, auch erneut bei der Musiknacht mitzuwirken. „Das war vielleicht der Startschuss für mehr“, sagt der Sänger der Band, der an der JMS das Fach Popgesang unterrichtet. Braun bezeichnet es als „Ehre“, dass er und seine Kollegen den Auftakt der traditionellen Veranstaltung bildeten.

Die Stadthalle war an jenem Abend eine von insgesamt elf Lokalitäten, die gut bis sehr gut besucht waren – und Mr. Braun & The Peanuts eine von 15 Bands, die aufgetreten sind. Bis drei Uhr in der Früh waren Hunderte Nachtschwärmer in der Ditzinger Innenstadt unterwegs. Als die Musiker gegen Mitternacht zusammenpackten, begann das Treiben im Bauhof Wagenhallen erst. Das Akustik-Duo The Cheesy Sparrows interpretierte Gassenhauer auf ganz eigene Weise.

Schnupperkurs in Xhosa

Anders als in den meisten Lokalen ging es in der Stadtbibliothek beinahe beschaulich zu: Thabilé, eine Sängerin aus dem südafrikanischen Soweto, erzählte zwischen ihren ruhigen Stücken immer wieder von sich und ihrer Arbeit. Dabei ließ sie es sich nicht nehmen, den Zuhörern einen Schnupperkurs in Xhosa zu geben. Charmant entlockte sie ihren Fans die für die Sprache typischen Klicklaute. Sie entstehen, indem man mit der Zunge schnalzt. „Diese Frau ist einfach großartig“, sagte eine ältere Frau, die aber ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will.

„Gut etablierte Veranstaltung“

Derlei positive Rückmeldung hat Tristan Scherrer bei der Musiknacht mehrmals bekommen. „Der Abend war insgesamt sehr gelungen“, sagt der Abteilungsleiter für Jugendpflege beim Kulturamt tags darauf. Scherrer ist seit Januar für die Veranstaltung verantwortlich. Er schätzt, dass sie 700 bis 800 Menschen besucht haben. Die genaue Zahl werde in den nächsten Tagen ermittelt. So oder so: Dafür, dass zeitgleich die Leonberger Musiknacht stattfand, sind die Veranstalter sehr zufrieden. Gleichwohl stellen sie fest: Die Besucher von Musiknächten sind oft die Bürger jener veranstaltenden Kommune. Sprich: Der Großteil der Gäste bei „Ditzingen unplugged“ wohnt eben auch in Ditzingen.

8000 Euro lässt sich die Stadt die Musiknacht jedes Jahr kosten. Premiere war 2011. Am Konzept zu rütteln, steht für Tristan Scherrer außer Frage. „Das ist eine gut etablierte Veranstaltung.“

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