Auf diesem Foto ging es Frank Stäbler gut, wenig später erfasste ihn die Höhenkrankheit. Foto: Stäbler

Im Himalaya hat der dreifache Ringer-Weltmeister Frank Stäbler die Höhenkrankheit erlitten und spürte Todesängste auf 5000 Meter Höhe. Nach seiner Rückkehr berichtet er unserer Zeitung, was passiert ist.

Leinfelden-Echterdingen - Todesangst spürte Frank Stäbler auf 5360 Meter Höhe und rannte um sein Leben. Den Gipfel des Bergs Renjo La-Pass im Himalaya hatte der dreifache Ringer-Weltmeister mit seinem Vater Theo, seinem Bruder Stefan, seinem Trainer Markus Scheibner und dem Arzt Matthias Baumann von der Nepal-Sherpa-Hilfe erreicht, da stieg der Druck in seinem Kopf immer weiter an. Die Schmerzen und die Übelkeit waren kaum noch auszuhalten.

„Ich hab’ gewusst, ich muss sofort runter“, hat der Champion nach Rückkehr seiner Charity-Reise daheim im Elternhaus in Musberg unserer Zeitung berichtet, wieder entspannt und erleichtert darüber, dass alles gut ausgegangen ist. Der Trip sei eine wichtige Erfahrung für ihn gewesen, sagt er: „Es ist unglaublich, wie glücklich Menschen sind, die in Armut leben und nichts haben.“

Höhenkrankheit kostet vielen Bergsteigern das Leben

Die gefürchtete Höhenkrankheit, die Frank Stäbler auf seiner zehntägigen Reise kennenlernen musste, kostet jedes Jahr vielen Bergsteigern das Leben. Sie entsteht, wenn der Sauerstoffpartialdruck der Luft rapide abnimmt und der Körper nicht genug Zeit hat, sich auf die neuen Verhältnisse einzustellen. Die geringe Sauerstoffversorgung und der verminderte Druck in den Lungenbläschen sorgen dafür, dass sich vermehrt Wasser aus den Blutgefäßen in das umgebende Gewebe einlagert. Der Weltmeister rannte, so schnell er noch konnte, vor seinen Berggefährten den Pass herunter. „Mehrfach bin ich gestürzt“, sagt der 29-Jährige.

Die Übelkeit war so groß, dass er sich übergeben musste. Hinzu kamen Schwindel und Atemnot. Der Tübinger Arzt Matthias Baumann, der den Ringer und seine Begleiter zur Nepal-Reise eingeladen hatte, handelte schnell. Mit Sauerstoffzufuhr und Medikamenten gelang es ihm, den Kreislauf des Sportlers zu stabilisieren. „Nicht nur der Arzt hat mir geholfen, sondern auch mein Schutzengel“, sagt Franky. Seine Begleiter hätten „nur“ Kopfschmerzen gehabt, glücklicherweise nicht die gefürchtete Höhenkrankheit.

Trotz der Todesangst hat er die Reise nicht bereut

Dem Ringer-Weltmeister ging es erst gut, als er im Basislager ankam und dort weiter behandelt wurde: „Plötzlich war alles wieder normal.“ Die Reise hat er trotz der Todesangst nicht bereut. Unter anderem besuchte der Musberger das Richtfest für ein Krankenhaus und eine Schule für Straßen- und Waisenkinder. Dank seiner offenen Art flogen ihm die Herzen zu. „Trotz der schweren Lebensumstände strahlen die Menschen in Nepal eine unglaubliche Energie aus“, berichtet der Familienvater, „da hatte ich oft den Eindruck, die Menschen dort sind viel glücklicher als bei uns, wo oft über Kleinigkeiten geklagt wird.“ Das Glück zeigt sich oft dort, wo es keiner vermutet.

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