Die schwarzen Tüten sollen künftig durch rote ersetzt werden. Foto: Lichtgut

Manche Tierhalter verlieren den gesunden Menschenverstand, wenn es um die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge geht. Die Stadt versucht jetzt einen simplen Trick.

Stuttgart - „Die Hunde haben mehr Spaß an den Menschen als diese an den Hunden, weil der Mensch offenkundig die komischere der beiden Kreaturen ist.“ Der weise Satz des US-Schriftstellers James Thurber gilt auch für den Umgang mancher Zeitgenossen mit den Hunden selbst. Und vor allem mit deren Hinterlassenschaften.

Da stellt die Stadt hunderte Spender auf, an denen man sich kostenlos mit Tüten für die Hundehaufen eindecken kann. Sie nimmt den Zweibeinern damit ihre Verantwortung ab, sich selbst um Material zu kümmern. Und was tut so mancher Zeitgenosse dann? Packt das Häufchen säuberlich ein und wirft es mitsamt der Tüte in die Gegend statt in den Müll. Auf dass nicht nur der stinkende Kot die Landschaft verdrecke, sondern auch noch die Kunststofftüte. Das ist ein dicker Hund, könnte man da sagen, wenn es nicht eine Beleidigung für die Hunde wäre.

Tüten sind nicht kompostierbar

Fragwürdig sind allerdings auch die Tüten selbst. 20 Millionen Stück hat die Stadt für vier Jahre bestellt. Sie sind aus Kunststoff, nicht kompostierbar und belasten somit zusätzlich die Umwelt. Einfach liegen lassen kann man Hundekot aber auch nicht. Das ist nicht nur eine Sauerei, sondern auch gesundheitlich bedenklich, gerade auf Futter- und Weideflächen. Was also tun?

Man kann nur hoffen, dass die Stadt über kurz oder lang auf ein umweltfreundlicheres Produkt stößt. Und dass die neuen roten Tüten mit Signalwirkung manchen Hundehalter dazu bringen, sich wieder seines gesunden Menschenverstandes zu bedienen.

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juergen.bock@stuttgarter-nachrichten.de

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