Tana Mongeau erinnert mit der Schlange an Britney Spears, die 2001 mit dem lebendigen Accessoire für Furore sorgte. Foto: AP

Das Musikfernsehen ist tot! Doch die MTV Video Music Awards zeigen jedes Jahr aufs Neue, wie ihre Popstars als Nostaglie-Zombies die Vergangenheit aufleben lassen. Gewagt, verrückt und immer ein wenig kalkuliert – wir zeigen die Hingucker-Looks des Awards.

Stuttgart - Video killed the Radio Star? Als der Song der Buggles am 1. August 1981 als erstes Video überhaupt von MTV ausgestrahlt wurde, konnte noch niemand ahnen, wie bedeutungslos Musikfernsehen einmal sein wird. War es das Aufkommen von Streaming, die nervige Klingeltonwerbung oder Reality-TV-Formate in Dauerschleife, die den einstigen Marktführer vernichtet haben? Nein, 2019 ist der Musiksender MTV vielleicht nicht mehr so relevant und hat einiges an Glanz und Gloria eingebüßt – doch davon will man bei den Musiv Video Awards nichts wissen.

Skandale und Skandälchen

Als Wegweiser der Popkultur ist Musikfernsehen 2019 so gut wie tot – und trotzdem finden sie noch statt, diese öffentlichkeitswirksamen Inszenierungen, die den klassischen Musikvideoclip feiern und den heiligen Popstar als Gesamtkunstwerk verkaufen. Die visuelle Kultur lebt immer noch – zwar nicht mehr auf MTV, aber immerhin hat der Sender noch die Deutungshoheit, wenn es um die brave und moralistische Inszenierung von konformen Skandalen und Skandälchen geht.

Lang lebe das Musikfernsehen!

Kalkulierte Extravaganzen, knallige Outfits und extrem kurze Kleidchen – die MTV Music Awards liefern jedes Jahr mindestens einen Skandal, der so vorprogrammiert wie langweilig ist. Doch ist es nicht dieses altehrwürdige Schauspiel, das einem ein aufflackerndes Gefühl von Sicherheit gibt? Die 2000er Jahre sind vorbei, die Krise hat uns alle eingeholt – aber trotzdem, oder gerade deswegen – verleiht MTV jedes Jahr seine „Moon Men“-Statuen in einer knapp dreistündigen Show an das Who’s Who der Branche. Lang lebe das Musikfernsehen!

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