Immer noch schnell unterwegs: Mountainbiker Manuel Fumic aus Kirchheim Foto: dpa

Der Mountainbiker Manuel Fumic aus Kirchheim hofft beim Weltcup in Albstadt auf eine Platzierung unter den besten zehn. Doch er geht mit einem Handicap an den Start.

Stuttgart - Der Leistungssport kann ein schnelllebiges Geschäft sein. Heute an der Spitze, morgen in der Versenkung. Kennt man – aber nicht vom Mountainbike-Sport in Deutschland. Sabine Spitz ist mittlerweile 46 Jahre alt und radelt immer noch gegen die Besten. Manuel Fumic ist zwar zehn Jahre jünger, bestreitet aktuell aber auch schon seine 17. Saison im MTB-Weltcup. Doch er sagt: „Ich bin nach wie vor konkurrenzfähig, unter den Top-Zehn der Weltrangliste platziert und dort der einzige Deutsche.“ Also denkt er zwar schon ans Aufhören, hat den Termin dafür aber nach hinten geschoben.

Bis 2020 hat der Kirchheimer jüngst seinen Vertrag beim Cannondale-Team verlängert, die Olympischen Spiele in Tokio sind sein letztes großes Ziel. Danach ist Schluss – davor stehen noch jede Menge andere Herausforderungen an. Zum Beispiel an diesem Wochenende in Albstadt.

Bei einem Sturz reißt eine Sehne am rechten Ringfinger

Der Weltcup macht Station im Bullentäle, „es ist mein Heimrennen“, sagt Manuel Fumic, der zwar von einem Sieg träumt, aber auch weiß, dass es in diesem Jahr wohl nicht reichen wird. Zwar sei die Form gar nicht schlecht, doch geht der 36-Jährige am Sonntag (14.35 Uhr/Damenrennen 11.20 Uhr) mit einem Handicap ins Rennen: Seinen rechten Ringfinger kann er nach wie vor nicht komplett einknicken, der Halt am Lenker ist dadurch eingeschränkt.

Beim Team-Etappenrennen Cape Epic in Südafrika freute sich Fumic vor einigen Wochen zwar über Gesamtrang drei, nach der Rückkehr nach Deutschland musste er aber sofort unters Messer. Bei einem Sturz hatte er sich eine Sehne im Finger gerissen. Es folgte eine Zwangspause, gedämpftes Training und vor dem Rennen in Albstadt die Erkenntnis: „Ich bin nicht bei 100 Prozent. Der Kurs in Albstadt ist zwar nicht besonders technisch, gehandicapt bin ich dennoch.“ Das eigene Limit zu erreichen sei erst Mitte der Saison machbar, ergänzt der amtierende deutsche Meister und EM-Dritte, bei der WM in Lenzerheide Anfang September will er dann um einen Podestplatz kämpfen. Beim Weltcup in Albstadt, wo am Freitagabend erstmals in einem Short-Race um die besten Startplätze gefahren wurde, soll es zumindest eine Top-Ten-Platzierung sein.

Auf lange Sicht will er weiter um Siege im Weltcup und bei den Großveranstaltungen fahren. Dass dies möglich ist, zeigt ein Blick auf die Weltrangliste. Jungspunde sucht man an der Spitze vergeblich, unter den Top-Fünf ist nur ein Fahrer unter 32. „Es kommen schon gute jüngere Fahrer nach“, sagt Fumic. Aber noch ist alles beim Alten.

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