Ein Lichtermeer erinnert in Emden an die ermordete Lena. Foto: dpa

Die Ermittlungen im Mordfall Lena dauern an. Auch die Hetzparolen via Internet werden untersucht.

Emden - Nach einem Internet-Aufruf zur Lynchjustiz im Zusammenhang mit dem Mordfall Lena dauern die Ermittlungen an. Ein aus Ostfriesland stammender Mann soll zur Gewalt gegen einen ersten Verdächtigen und zur Stürmung der Emder Polizeiwache aufgerufen haben. Gegen den Mann werde wegen öffentlichen Aufrufens zu einer Straftat ermittelt, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Er sei aber noch nicht befragt worden. Eine 40-köpfige Mordkommission bearbeitet unterdessen mehr als 300 Hinweise für die Aufklärung des Mordes an der elfjährigen Lena.

Am Wochenende hatte ein 18-Jähriger die Tötung des Mädchens gestanden. Er sitzt wegen Mordes an der Elfjährigen in Untersuchungshaft. Die Polizei machte bisher keine weiteren Angaben zur Todesursache oder zu einer Tatwaffe.

Hassparolen im Netz

Ein erster Verdächtigter, ein inzwischen 18 Jahre alter Schüler, war am Freitag wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Gegen ihn hatte es Hassparolen im Internet gegeben. Auch war sein Name dort aufgetaucht. Nach NDR-Informationen versucht jetzt eine wachsende Zahl von Mitgliedern aus sozialen Netzwerken, sich für die Rehabilitation des falsch Beschuldigten einzusetzen.

Nach dem Internetaufruf hatten in der Nacht zum vergangenen Mittwoch bis zu 50 Menschen das Polizeigebäude belagert. Die Beamten mussten jedoch nicht eingreifen. Die Abläufe in Emden sollen, wie bei derartigen Fällen üblich, noch einmal untersucht werden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover. Es werde geprüft, „ob es Verbesserungs- und Optimierungsbedarf“ gebe. Dies sei Aufgabe der Polizei.

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