Apollo-11-Astronaut Buzz Aldrinsteht 1969 vor der US-Flagge. Aber wieso flattert die im Wind, wo es auf dem Mond doch keinen Luftzug gibt? Die Flagge flattert nicht, sie wackelt. Foto: Nasa

Stolze 7,99 Millionen Treffer listet die Internet-Suchmaschine Google auf, wenn dort das Wort „Moon hoax“, also Mond-Schwindel eingegeben wird. Der Glaube, die Amerikaner seien nie auf dem Erdtrabanten gewesen, hält sich auch 45 Jahre nach der Apollo-11-Mission hartnäckig.

Stolze 7,99 Millionen Treffer listet die Internet-Suchmaschine Google auf, wenn dort das Wort „Moon hoax“, also Mond-Schwindel eingegeben wird. Der Glaube, die Amerikaner seien nie auf dem Erdtrabanten gewesen, hält sich auch 45 Jahre nach der Apollo-11-Mission hartnäckig.

Stuttgart - US-Präsident John F. Kennedy stellte 1961 der Raumfahrtbehörde Nasa eine schier unlösbare Aufgabe. Innerhalb eines Jahrzehnts sollte ein Amerikaner den Mond betreten. Eingelöst wurde das Versprechen, wie bekannt, dann doch: am 21. Juli 1969 – also in diesen Tagen vor 45 Jahren.

Oder etwa nicht? Bill Kaysing, US-Sachbuchautor, veröffentlichte 1976, vier Jahre nach dem letzten Apollo-Flug, sein Buch „We Never Went To The Moon“ („Wir flogen nie zum Mond“). Er behauptet darin, die USA seien in den 60er Jahren technisch gar nicht in der Lage gewesen, eine Mondlandung erfolgreich auszuführen.

Die Missionen von Apollo 11 bis Apollo 17, schreibt Kaysing weiter, seien in einem Filmstudio entstanden – inszeniert von Star- Regisseur­ Stanley Kubrick. Mehr noch: Die ­eigens für die Mondmissionen gebauten ­Saturn-V-Raketen seien immer unbemannt ins All gestartet, hätten aber den Mond nie erreicht. Gedreht worden sei in der sagenumwobenen Militärbasis Area 51 in der Wüste Nevadas. Also dort, wo nach Meinung vieler Amerikaner jede Menge Ufos gelagert und unzählige Aliens seziert werden. Hat der Mann recht? Das glauben Millionen Menschen weltweit, obwohl es Humbug ist. ­Warum das so ist, wird hier erklärt.

Die vielen Beteiligten

Das wichtigste Argument gegen einen Mondschwindel leuchtet jedem sofort ein: die große Zahl der Mitarbeiter am Apollo-Programm. Mit allen beteiligten Firmen im weiteren Umfeld haben über all die Jahre mehr als 20  000 Menschen direkt oder indirekt an der Landung auf dem Erdtrabanten mitgewirkt. Wie soll es da gelingen, das Geheimnis zu bewahren? Nicht mal die zwölf Astronauten hätten es geschafft, so lang dichtzuhalten. Einer quatscht immer – spätestens nach dem einen oder anderen Drink zu viel an einer Bar.

Die fehlenden Sterne

Die Aufnahmen der Apollo-Missionen zeigen einen tiefschwarzen Weltraum. Ohne einen einzigen Stern. Klar, sagen die Kritiker, im Studio auf der Erde sei kein Sternenhimmel nachgebaut worden. Das ist Quatsch: Auf Fotos, die von Raumschiffen aus gemacht werden, sind niemals Sterne zu sehen. Der Kontrastbereich von Filmen (und heute von Digitalchips) reicht nicht aus, um derart schwache Lichtquellen im Hintergrund aufs Bild zu bannen.

Die flatternde Fahne

Eines der berühmtesten Fotos vom Mond zeigt Astronaut Edwin „Buzz“ Aldrin vor einer US-Flagge, die im Wind zu flattern scheint. Wie soll das gehen, da es doch keine Luft auf dem Mond gibt, also ein Vakuum herrscht? Ein Thema, das besonders leidenschaftlich von Verschwörungsanhängern diskutiert wird. Erklärung: Die Fahne hatte eine Stange, mit der sie in den Mondboden gesteckt wurde, und oben eine Querstrebe, damit die US-Flagge ein eindrucksvolleres Bild auf Filmen und Bildern ergab, statt schlaff herunterzuhängen. Aufnahmen belegen, dass die Flagge nach der Montage eine halbe Minute vibrierte. Und jedes Mal, wenn die Astronauten an der Stange herumhantierten, ­wackelte das Ganze wieder.

Das falsche Mondgestein

Wäre die Mond-Mission ein gewaltiger Bluff, woher sollten dann die 381 Kilogramm (nach anderen Angaben 385 Kilogramm) an Bodenproben stammen? Seit Jahrzehnten analysieren weltweit unabhängige Institute Gestein aus den Apollo-Missionen. Bisher waren das etwa 30 Kilogramm. Das Ergebnis ist immer dasselbe: Die Proben können nicht von unserem Heimatplaneten stammen. So wurden zum Beispiel Mineralien gefunden, die auf der Erde nicht vorkommen. Die Ergebnisse der Untersuchungen stimmen zudem mit denen überein, die die Russen über Material aus ihren Mondsonden herausgefunden haben .

Die flachen Sprünge

Etwa einen halben Meter hoch springen die Mondbesucher, wie auf Filmen und Fotos der Nasa zu sehen ist. Doch bekanntermaßen herrscht nur ein Sechstel der Erdanziehungskraft auf dem Mond. Die Männer müssten doch viel, viel höhere Sätze machen. Stimmt nicht, kein Schwindel. Die Schwerkraft ist geringer, nicht aber die Masse: Astronaut plus Ausrüstung brachten gemeinsam etwa 160 bis 170 Kilogramm auf die Waage. Die galt es mit der Kraft der Muskulatur zu bewegen. So bepackt, kamen die Männer auf der Erde lediglich wenige Zentimeter in die Höhe, auf dem Mond dafür ­immerhin sechsmal so hoch.

Die handfesten Argumente

Einer hatte irgendwann genug von den ­Vorwürfen, die Mondlandung sei Betrug gewesen: Edwin „Buzz“ Aldrin, bei Apollo 11 die Nummer zwei auf dem Mond nach Neil Armstrong. Als Aldrin im Herbst 2002 in ­Beverly Hills von dem Filmemacher und Verschwörungsanhänger Bart Sibrel aufgefordert wurde, auf die Bibel zu schwören, dass er den Mond tatsächlich betreten habe, platzte dem Raumfahrer der Kragen. Aldrin, 72, streckte den halb so ­alten Kerl mit einem Faustschlag nieder.

Die beste Sammlung der Fakten gegen Mondverschwörer hat der Physiker Philip Plait im Internet zusammengestellt: www.badastronomy.com

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