Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann besucht die drei Nachwuchskandidaten bei der Bürgermeisterwahl in Möhrohausen. Foto: Ayerle

Zum zwölften Mal hat im Kinder- und Jugendhaus die Kinderspielstadt Möhrohausen stattgefunden.

Möhringen - Valerie, Roman und Charlotte haben sich für die Bürgermeisterwahl aufstellen lassen. Ihre Arbeit in Möhrohausen besteht deshalb am dritten Tag vor allem aus dem Wahlkampf. Überall im Kinder- und Jugendhaus sind deshalb Zettel an die Wände geklebt, auf denen Aufrufe, wie „wählt Charlotte“ oder „wählt Roman“ geschrieben steht.

Valerie hat schon in den vergangenen beiden Jahren kandidiert. „Ich hoffe, es klappt dieses Jahr“, sagt die Neunjährige. Unterstützung im Wahlkampf haben die drei Nachwuchs-Politiker von Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann bekommen. Was sie umsetzen möchte, davon hat Valerie konkrete Vorstellungen: „Die Blitzer sollen nicht mehr soviel Geld verlangen“, sagt sie. Gefaulenzt wird in der Kinderspielstadt Möhrohausen nicht. Im Gegenteil: Jeden Morgen müssen sich die rund 160 Kinder beim Arbeitsamt anstellen und sich für den Tag um einen Job bewerben. Schließlich fallen die Möhros, die offizielle Währung in Möhrohausen, nicht vom Himmel. „Zehn Möhros verdienen die Kinder bei uns pro Stunde“, erzählt Jugendhausleiter Andreas Bernhard. Zwei gehen davon schon als Steuer ab. Wer auf der Treppe zu schnell rennt, der wird von den Blitzern zur Kasse gebeten: Vier Möhros kostet das.

Ob in der Malerei, beim Bauhof, in der Gärtnerei oder bei der Bank – zahlreiche Arbeitsmöglichkeiten bietet die Kinderspielstadt jeden Tag an. Neu dabei sind in diesem Jahr der Kunsthandwerkbetrieb und die Apotheke. „Die Kinder können entscheiden, was sie jeden Tag machen wollen“, sagt Bernhard. Gefragt sei vor allem das Kino, auf dem Bauhof wollen die wenigsten Kinder arbeiten. Eine Woche sind die Kinder von zehn bis 17 Uhr im Kinder- und Jugendhaus. Neben Bernhard sind rund 45 Helfer im Einsatz. Schön finden die Kinder aber vor allem, dass sie unabhängig sein dürfen: „Wie ein Erwachsener“, sagt Michelle. Wenn sie sich Nagellack drauf machen wolle, dann könne sie das, ohne dass es die Mama erlauben muss, ergänzt die Zehnjährige.

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