Jörg Lamparter, der bei Daimler für die Mobilitätsdienste verantwortlich ist, freut sich über die vollständige Akquisition des Mitfahr-Pioniers Flinc. Foto: Daimler

Mit dem Kauf des Darmstädter Start-ups erweitert Daimler seine Mobilitätsdienste. Die Plattform für Mitfahrgelegenheiten auf Kurzstrecken hat rund eine halbe Million Kunden.

Stuttgart - Schnell und spontan Leute finden, mit denen man sich die Fahrkosten teilen kann? Mitfahrzentralen gibt es viele, aber nicht für kurze Strecken von Tür zu Tür. Das Darmstädter Start-up Flinc – eine Plattform für Mitfahrgelegenheiten auf Kurzstrecken – ist 2011 in diese Marktlücke gestoßen, nun hat Daimler den Mitfahr-Pionier komplett übernommen.

Flinc gilt als Pionier bei der Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten in Echtzeit. „Die Möglichkeiten der Fortbewegung sind so vielfältig wie die Mobilitätsanforderungen unserer Kunden“, sagt Jörg Lamparter, der sich bei Daimler um den Ausbau der konzerneigenen Mobilitätsdienstleistungen kümmert – als so genannter Head of Mobility Services. Das reicht von Carsharing über Taxidienste bis zu Mitfahrgelegenheiten von Tür zu Tür. „Mit Flinc nehmen wir ein sehr gut eingespieltes Team auf, das wertvolle Erfahrungen im Bereich Mitfahren auf Kurzstrecken einbringt“, sagt Lamparter.

Mit dem Wandel hin zu E-Autos geht den Autobauern langfristig ihr Kerngeschäft verloren. Das ist ein Grund, warum sie vermehrt in Mobilitätsdienstleister investieren. Warum braucht der Bau eines E-Autos im Vergleich zu einem Auto mit Verbrennungsmotor weniger Arbeitskräfte? Was könnte das langfristig für die Region Stuttgart bedeuten? Sehen Sie die Antworten darauf in unserem Erklärvideo:

15 Millionen Kunden in den Mobilitätsdiensten von Daimler

Bei der Mitfahr-Plattform sind rund eine halbe Million Kunden registriert. Sie ist zudem in Carsharing-Plattformen, in Apps des Öffentlichen Nahverkehrs sowie in App-basierten Navis integriert. Will heißen: Eine Mitfahrzentrale zum Mitnehmen, nach dem Motto Beifahrer via App gesucht. Zudem nutzen laut Daimler auch Unternehmen Flinc, um die Mobilität ihrer Mitarbeiter zu verbessern – Kollegen können so schnell Kollegen zum Mitfahren finden.

Die Übernahme von Flinc ist ein weiterer Schritt auf Daimlers Weg vom Automobilhersteller zum Mobilitätsdienstleister. Unter Daimler Mobility Services sind bereits Mobilitätdienste wie Car2go (Kunden können sich jederzeit ein Auto mieten und selbst von A nach B fahren), Moovel (eine Mobilitätsplattform inklusive Buchung und Bezahlung) und Mytaxi (eine Taxi-Bestell-App) gebündelt. Daneben hält Daimler Beteiligungen an Blacklane, Careem, Flixbus, Turo und Via. Mittlerweile sind bei Daimler nach eignen Angaben 15 Millionen Kunden in den konzerneigenen Mobilitäsdiensten regisitert, die in über 100 Städten in Europa, Nordamerika und China präsent sind.

Die Flinc GmbH werde weiter eigenständig fortgeführt, so Daimler. Deren Gründer Klaus Dibbern, Michael Hübl und Benjamin Kirschner bleiben im Führungsteam.

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