Peter Frankenberg Foto: dpa

Wissenschaftsminister Frankenberg plant Zeit nach der Landtagswahl und wird Stiftungschef.

Stuttgart/Mannheim - Der dienstälteste Wissenschaftsminister in Deutschland plant seinen Rückzug aus der Politik. Peter Frankenberg wird nach der Landtagswahl im März 2011 neuer Chef der Vetter-Stiftung in seiner Heimat Mannheim.

Es ist nur ein paar Wochen her, da wurde in Baden-Württemberg munter spekuliert, wer denn wohl künftig noch am Kabinettstisch des neuen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) sitzen würde. Mal ging es darum, ob Umweltministerin Tanja Gönner anstelle von Wolfgang Reinhart als Statthalter des Landes nach Berlin und Brüssel entsandt wird. Ein anderes Mal stand die Frage im Raum, wie sicher der Stuhl von Finanzminister Willi Stächele noch sei. Und noch ein Name tauchte immer wieder auf dem Karussell auf: Peter Frankenberg.

Seit 2001 gehört der Mannheimer der CDU-FDP-Landesregierung an. Damals wurde der Chef der Universität Mannheim von Ministerpräsident Erwin Teufel an den Kabinettstisch geholt. Und über lange Zeit rechtfertigte der promovierte Geograf seine Berufung. Immer wieder engagierte er sich in Fragen der Hochschulentwicklung und genoss in der Szene einen guten Ruf. Das mehrte sich, als es ihm gelang, dass im bundesweiten Wettbewerb der Exzellenzinitiative gleich vier Universitäten in Baden-Württemberg - Karlsruhe, Heidelberg, Freiburg und Konstanz - dieses Prädikat erhielten.

Aber je länger die Amtszeit dauerte, desto öfter gab es auch Rückschläge. Frankenberg sollte die völlig zerstrittene Mannheimer CDU einen - und scheiterte. Auch bei der Frage der badischen Kunstschätze agierte der Professor unglücklich, gab er doch sein Einverständnis, wertvolle Handschriften der Landesbibliothek Karlsruhe zu verkaufen, was dann aber gestoppt wurde. Eine weitere Panne: Das Drama um die Neubesetzung des Stuttgarter Opernintendanten.

Besonders heftig kam es für Frankenberg, als die Landtagsopposition im Sommer 2009 den Minister mit Hilfe eines Entlassungsantrags aus dem Amt hieven wollte, weil er im Fall des Freiburger Skandalmediziners Hans-Peter Friedl versagt habe. Zwar scheiterte der Entlassungsantrag, und Frankenberg höchstselbst betonte hernach immer wieder, er sei nicht amtsmüde. Dennoch galt er fortan als Kandidat für eine Kabinettsumbildung. Allein, der neue Regierungschef Mappus berief ihn im März erneut, was Frankenberg nach eigener Auskunft "sehr gefreut" hat.

Frankenberg: "Freue mich auf die Aufgabe"

Nun aber, nach bald zehn Jahren als Regierungsmitglied, stehen die Zeichen auf Abschied. Bis zur Landtagswahl im März 2011 "mache ich mit Volldampf weiter". Was danach passiert, werde er "in Abstimmung mit dem Ministerpräsidenten entscheiden", so der 62-Jährige: "Es könnte gut sein, dass ich dann noch mal was ganz Neues mache." Er fühle sich "topfit", sagte der Wissenschaftsminister am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung in Brüssel.

Eine der neuen Aufgaben steht bereits fest: Frankenberg wird 2011 die Position des Vorstandsvorsitzenden der Vetter-Stiftung in Mannheim übernehmen und dort Carl-Heinrich Esser ablösen, der altershalber das Amt abgibt. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte Stiftungs-Geschäftsführer Dieter Kolb am Donnerstag. "Wir freuen uns sehr, dass Herr Frankenberg die Position übernimmt", sagte Kolb mit Blick auf die Entscheidung des Stiftungsrats. Die Stiftung fördert jedes Jahr gut 200 Projekte aus den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Kunst mit einem Gesamtvolumen von rund einer Million Euro, unter anderem an der Universität Mannheim, der städtischen Kunsthalle und der Hochschule für Technik und Gestaltung. Aber auch Projekte im Bereich Sport und Soziales werden gefördert. Frankenberg selbst sagte am Donnerstag, er freue sich auf die neue Aufgabe: "Ich habe Stiftungsgründer Heinrich Vetter noch persönlich gekannt und empfinde eine tiefe innere Verpflichtung, diese Aufgabe zu übernehmen."

Unklar ist derzeit, wer den Platz von Frankenberg an der Spitze des Kunst- und Wissenschaftsministeriums nach der Landtagswahl übernehmen könnte. Als mögliche Kandidaten werden sein aktueller Staatssekretär Dietrich Birk (CDU), der amtierende Bundes- und Europaminister Wolfgang Reinhart (CDU) sowie Klaus Tappeser, früher OB von Rottenburg und jetzt Amtschef im Wissenschaftsministerium, gehandelt.

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