Auf dem Platz hinter der Alten Kelter in Fellbach gab es Vorführungen. Foto: Patricia Sigerist

„Holzwerken live“ zieht seit Freitag vor allem Männer an, die bei der Arbeit mit Holz kreativ sein können.

Fellbach - Beim Hobbywerken mit Holz bleiben die Männer unter sich: „Deutlich mehr als 90 Prozent unserer Abonnenten sind Männer“, sagt Mascha Klein. Sie ist bei der Zeitschrift „Holzwerken“ für das Marketing zuständig. Es ist die zweite Messe, die der Fachverlag aus Hannover am Freitag in Fellbach begonnen hat, und sie findet nicht zufällig in Süddeutschland statt: „Hier sind die Leute noch Holzaffiner als im Norden“, sagt Klein. Sowohl die Zeitschrift als auch die Messe wendet sich an Menschen, die semiprofessionell mit Holz arbeiten. Aber auch Profis können bei den Workshops und den Vorführungen auf der Bühne dazu lernen.

Gut 20 Aussteller sind mit ihren Maschinen und Werkzeugen in Fellbach präsent

Es werden zum Beispiel Werkzeuge vorgestellt, vom schlichten Handwerkzeug bis zur mit Robotik unterstützten Oberfräse reicht die Bandbreite. Damit fasst die Firma Shapertools mit ihrem Standort in Stuttgart gerade in Europa Fuß, nachdem eine hohe dreistellige Zahl der knapp 3000 Euro teuren Hightech-Maschinen aus Amerika in einer ersten Verkaufsaktion übers Internet in 25 Minuten ausverkauft waren. „Jetzt gibt’s erst mal keine mehr, offizielle Markteinführung in Europa ist im Frühjahr“, sagt Mirja Leibßle.

Mit viel Gefühl geht es bei ­Michael Knüdel zu, der im Freien zugange ist und auf dem Parkplatz hinter der Alten Kelter mit der Kettensäge Skulpturen entstehen lässt. Gut 20 Aussteller sind mit ihren Maschinen und Werkzeugen in Fellbach präsent, auch Lacke, Öle und anderes Zubehör findet der versierte Hobby-Holzwurm in der Halle. „Die meisten beschäftigen sich zum Ausgleich vom Beruf mit Holz“, sagt Mascha Klein.

Ein großer, aus Holz geschnitzter Holzadler bewacht den Stand

Heiko Heß aus dem 270-Einwohner-Örtchen Kirschroth im Landkreis Kreuznach in Rheinland-Pfalz kann das bestätigen. Der Polizeibeamte richtet sich gerade eine Holzwerkstatt ein. „Ich habe schon Fachwerk ausgebessert, und jetzt interessiert mich das Drechseln“, sagt er. In der digitalen Welt stellten Holzarbeiten etwas Konkretes dar: „Man hat was in der Hand, und beim Werken kann man perfekt abschalten“, sagt Heß.

Henrik Reiling von der Firma Schleiftechnik Kaindl aus Königsbach-Stein im Enzkreis führt auch Handwerkzeuge fürs Bohren, Schleifen und Fräsen. Ein großer, aus Holz geschnitzter Holzadler bewacht den Stand. „Wir haben viele Kunden, die kreativ arbeiten, aber ich kann nur die Werkzeuge vorführen, mir selbst fehlt für so etwas die plastische Vorstellungskraft“, sagt Reiling.

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